Ein 52-jähriger Berner versprach seinen Opfern Geld für Aktfotos - um sie später in seiner Wohnung sexuell zu belästigen. Jetzt wurde er verurteilt, doch ein Opfer kritisiert das Urteil.

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Ansprechende Fotografien und dazu die Aussicht auf eine mögliche Karriere - damit hat ein 52-jähriger Berner mehrere Frauen angelockt. Als Profi-Fotograf für Magazine wie "Penthouse" oder "Playboy" brachte er Frauen in seine Wohnung, um sie während der Aufnahmen sexuell zu belästigen.

Jetzt wurde der mehrfache Triebtäter vor dem Berner Kantonsgericht zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60 Franken verurteilt.

Kontaktaufnahme über Facebook

"Ich habe nie einen Rappen gesehen. Aber das ist sekundär. Was mich wirklich interessiert, ist, was mit meinen Aktfotos ist", sagt eine Betroffene zu "20 Minuten". Die 24-jährige Ostschweizerin ist eines von vielen Opfern. Der Täter habe sie über Facebook kontaktiert und für ein Shooting angefragt.

Nach den normalen Aufnahmen habe der Mann mehr gewollt und sie mit einem hohen Honorar, Stylisten und Ausreden in seine Falle gelockt: "Danach bot er mir an, Fotos von mir für den 'Playboy' zu machen. Von 12.000 Franken war die Rede."

Der 52-Jährige lockte die Frau für ein zweites Shooting in seine Wohnung und soll sie dort unsittlich berührt haben: "Er fasste mir in den Intimbereich. Ich setzte mich verbal zur Wehr".

Bereits 2002 verurteilt

Der Justiz ist der Fake-Fotograf bekannt: Der 52-jährige wurde bereits 2002 vom Kreisgericht Bern-Laupen wegen Betrugs, sexueller Belästigung und sexueller Nötigung zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt. 34 Frauen sollen ihm damals zum Opfer gefallen sein, darunter laut "Berner Zeitung" auch eine Minderjährige.

Die Strafe musste er in einer stationären Psychotherapie verbringen. Ein psychiatrisches Gutachten bezeichnete ihn als "krankhaft sexsüchtig". Bis 2005 stand der gelernte Koch mindestens zwei weitere Male vor dem Berner Kantonsgericht und wurde zu acht Monaten Haft verurteilt. Neben der Ostschweizerin soll er aktuell erneut mehrere Frauen belästigt haben.

Opfer warnt vor dem Fake-Fotograf

Eines seiner Opfer veröffentlichte nun das Strafmass von Januar auf Facebook und Instagram und warnte damit vor dem angeblichen Star-Fotografen.

Der Täter muss eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60 Franken sowie Bussen und Gebühren von 2.300 Franken zahlen und die Verfahrenskosten tragen.

Der Schuldspruch ist für eine Betroffene unverständlich: "Wenn ihn 20 Monate nicht aufgehalten haben, dann werden es einige Tausend Franken auch nicht tun. Er wird ewig so weiterfahren." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

Die Firma, die das Gerüst um die Pariser Kathedrale Notre-Dame errichtet hat, hat ein Fehlverhalten ihrer Angestellten bei der Arbeit eingeräumt.Die Bauarbeiter hätten demnach beim Aufbauen des Gerüsts das Rauchverbot missachtet. Einen Zusammenhang mit dem Brand streitet das Unternehmen aber ab.