Noch vor einer offiziellen Entscheidung des Bundesrats zu bevorstehenden Grossveranstaltungen in diesem Jahr wurden die ersten Festivals wegen der Coronakrise abgesagt – darunter das Paléo Festival in Nyon und das Blue Balls in Luzern.

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Obwohl der Bundesrat am Donnerstag (16. April) bei einer Medienkonferenz die ersten Massnahmen für eine Strategie zu einem geregelten und schrittweisen Lockdown-Exit in der Coronakrise kommuniziert hat, blieb offen, wie es sich mit geplanten Grossveranstaltungen 2020 verhält. Dazu gehört vor allem die Festival-Saison.

Erste Festivals reagieren

Die Entscheidung zu den grossen Open-Airs im Sommer soll in einer der kommenden Sitzungen fallen, was bei vielen Veranstaltern offenbar für grosse Unsicherheit sorgt. Daher haben die ersten Betreiber bereits reagiert und noch vor einem offiziellen Beschluss ihre Festivals gecancelt.

Darunter ist das prestigeträchtige Paléo Festival in Nyon, das vom 19. bis 25. Juli hätte stattfinden sollen. Wie die Organisatoren in einer Mitteilung bekannt gaben, wurde das Event auf das kommende Jahr verschoben.

Den gleichen Schritt gehen das Rock the Ring und das Argovia Fäscht. Auch das Blue Balls Festival in Luzern wurde abgesagt.

Unsicherheit bei Veranstaltern wächst

Da immer noch Unklarheit herrscht, wie es mit Veranstaltungen wie dem Greenfield Festival oder dem OpenAir St. Gallen weitergeht, sind viele Festival-Betreiber verärgert.

"Der Nicht-Entscheid des Bundesrats ist eine Katastrophe", erklärte etwa Christoph Bill, Präsident des Branchenverbands der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter (SMPA). "Diese Situation der Ungewissheit muss beendet werden, weil sie zur Folge hat, dass niemand Tickets kauft und die Veranstalter keine rechtliche Grundlage haben, um ihre Events allenfalls absagen zu können."

Die ersten Absagen könnten laut Bill dafür sorgen, dass sich weitere Veranstalter für diesen Schritt entscheiden. (dms)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Kein Festival-Sommer wegen Coronavirus

Corona macht der deutschen Festivallandschaft einen Strich durch die Rechnung: Da Grossveranstaltungen bis zum 31. August 2020 verboten sind, gibt es dieses Jahr kein Southside und Co.