Das ist doch nicht nachhaltig! Der Tourismus-Studienleiter der HTW Chur sorgt mit seinem Arbeitsweg vom Wallis nach Graubünden für einen Shitstorm - genauer: wie er ihn zurücklegt.

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Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen derzeit hoch im Kurs. Gerade an Universitäten und Hochschulen sind Diskussionen dazu immer wieder an der Tagesordnung - auch an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur. Dort fanden Anfang März sogar mehrere Workshops zu nachhaltigem Reisen statt.

Dieser Instagram-Post sorgt für Aufregung

In diesem Zusammenhang wirkt der Social-Media-Post von Tourismus-Studienleiter Thorsten Merkle, der gerade die Gemüter erhitzt, deutlich unangebracht. Auf dem Instagram-Account der Hochschule erklärte er nämlich, dass er mehrmals die Woche von Visp im Wallis nach Chur in Graubünden pendele. Mit dem Flugzeug.

Die Kritik liess nicht lange auf sich warten. Mehrere Nutzer des sozialen Netzwerkes kritisierten das als "absolutes No-Go". Besonders pikant: Die HTW hatte ihre Studierenden offenbar schon mehrfach darauf hingewiesen Studienreisen und Co. nicht mit dem Flugzeug, sondern mit anderen Verkehrsmitteln zu tätigen - dem Klima zuliebe.

Das sagt der Professor selbst

Nachträglich rechtfertigt sich Merkle mit einer ergänzenden Bemerkung zu seinem Post: "Natürlich kann man die Nachhaltigkeit einer gelegentlichen An- und Abreise zur Arbeit mit dem Flugzeug in Frage stellen, das sollte man sogar. Pendeln ist per se nicht nachhaltig."

Nachhaltigkeit habe drei Dimensionen: eine ökologische, eine ökonomische und eine soziale. Es gehe nicht ausschliesslich um die Ökologie. "Die ökologischen Folgen des (Hobby-) Fliegens kompensiere ich dadurch, dass ich kein Auto besitze", so Merkle. "Auf einer sozialen Ebene liegen die Vorteile auf der Hand. Und einen 50-jährigen Oldtimer zu betreiben (Dank an die Fluggruppe Oberwallis) schafft Arbeitsplätze in der Region." (the)  © 1&1 Mail & Media / SN

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