Zu viel Orangensaft: In Kloten mussten Soldaten literweise Orangensaft in den Abguss giessen. Die Säfte wurden eigentlich für die Corona-Einsätze bestellt. Die befürchteten Einsätze blieben allerdings grösstenteils aus und nun landete der Saft in der Kanalisation.

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Lebensmittelverschwendung wegen Corona: In Kloten mussten RS-Soldaten literweise Orangensaft wegschütten. Der Grund: Die Armee rechnete mit vielen Corona-Einsätzen und habe deshalb "etwas zu viel Orangensaft bestellt", wie "20 Minuten" berichtet. Nun haben die Säfte das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten und müssen deshalb entsorgt werden.

"Eine unglaubliche Lebensmittelverschwendung"

Die Aktion fand am Donnerstag (14. Mai) statt und wurde in einem Video festgehalten. Darin ist zu sehen, wie einige Soldaten um eine Dole stehen und eine Flasche Orangensaft ausleeren. Damit nicht genug: Die Kamera macht einen Schwenk und man sieht mehr als 100 weitere Flaschen, die ebenfalls weggekippt werden sollen.

"Dabei war das Mindesthaltbarkeitsdatum erst vor vier Tagen. Den pasteurisierten Saft hätte man noch ohne Probleme trinken und jemanden weitergeben können", erklärte ein Soldat der Richtstrahl-RS "20 Minuten". "Wir dachten alle, es sei doch eine Sauerei, so viel Food-Waste zu betreiben. Eine unglaubliche Lebensmittelverschwendung."

Abgelaufene Lebensmittel dürfen offenbar nicht ausgegeben werden

Ware, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten habe, dürfe nicht mehr an die Truppen ausgegeben werden, erklärt Armeesprecher Daniel Reist. "Im vorliegenden Fall wurde der Orangensaft weggekippt", so Reist. Weitere Massnahmen dieser Art seien ihm allerdings nicht bekannt.

Im Armeereglement "Lebensmittelhygiene in der Armee" steht allerdings geschrieben: "Lebensmittel mit abgelaufener Mindesthaltbarkeitsfrist können ausnahmsweise nach eingehender Prüfung durch ein Fachpersonal um eine Frist von maximal drei Monaten verlängert und in der Küche verarbeitet werden." Dennoch landete der Orangensaft im Abfluss.

Der Saft wäre noch geniessbar gewesen

Laut Alex Strähli, Geschäftsführer von "Tischlein deck dich", sei der Konsum bei pasteurisierten Produkten nach dem Ablaufdatum problemlos möglich. "Wir geben grundsätzlich Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum noch sechs Tage nach dem Ablauf dieser Frist ab", erklärt Strähli. Man hätte die Lebensmittel also noch problemlos verteilen können. (amw)  © spot on news

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