Zwölf Klimaaktivisten standen wegen einer Protestaktion vor dem Bezirksgericht in Renens: Sie hatten in einer Filiale der Grossbank Credit Suisse Tennis gespielt. Die Aktivisten wurden freigesprochen. Nun geht der juristische Streit weiter: Die Staatsanwaltschaft will den Fall weiter an das Berufungsgericht überweisen.

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Die beschuldigten Klimaaktivisten, die am Montag vom Bezirksgericht in Renens freigesprochen wurden, müssen wieder vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwaltschaft beschloss am Dienstag, den Fall weiter vor das Berufungsgericht zu bringen, wie unter anderem die "Aargauer Zeitung" berichtet.

Protest von Klimaaktivisten führt zu Anzeige

Nach dem Freispruch vor dem Bezirksgericht in Renens lagen sich die Klimaaktivisten am Montagabend in den Armen.

Zwölf Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Bewegung Lausanne Action Climat (LAC) hatten im November 2018 eineinhalb Stunden lang eine Filiale der Credit Suisse in der Waadtländer Hauptstadt besetzt, wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet. Sie hatten in den Räumlichkeiten Tennis gespielt.

Dabei protestierten sie gegen die Investitionspolitik der Grossbank, die Werbung mit Tennisstar Roger Federer betreibe und gleichzeitig Geld in klimaschädliche Projekte und Unternehmen investiere. Daraufhin erstattete Credit Suisse Anzeige.

So kam es zum Freispruch

In der Folge wurden die zwölf Aktivisten wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Anordnungen der Polizei zu bedingten Geldstrafen in Höhe von insgesamt 21.000 Franken verurteilt. Die Klimaaktivisten fochten die Strafbefehle an.

Laut Richter Philippe Colelough sei das Vorgehen der Protestierenden "notwendig und angemessen" gewesen – sie wurden am Montag freigesprochen. Sie hätten aus "rechtfertigendem Notstand" gehandelt. Die Aktion sei der einzig wirksame Weg gewesen, um eine Reaktion der Bank herbeizuführen. Die Anwälte sprachen danach von einem "historischen Urteil für die Schweizer Rechtsprechung".

Nun hat die Staatsanwaltschaft jedoch beschlossen, Rekurs einzulegen und den Fall weiter an das Berufungsgericht zu überweisen. Laut Generalstaatsanwalt Eric Cottier gebe das Urteil "eine überraschende Antwort auf eine rechtliche Grundsatzfrage", wie die "Aargauer Zeitung" berichtet. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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