Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China steigt die Angst auch in Europa – trotz einer Entwarnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Schweiz ist gut auf den Fall der Fälle vorbereitet.

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26 Menschen starben in China bereits infolge einer Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus, 870 Fälle konnten bei Patienten nachgewiesen werden (Stand: 24. Januar). In den vergangenen Tagen wurden zudem auch Fälle aus Japan, den USA, Südkorea und Thailand gemeldet. In den Schweizer Spitälern und Laboren ist man gewappnet.

Testverfahren sind bekannt

"Wir wissen bereits, welche Testverfahren wir verwenden müssten", erklärt die Virologin Isabelle Eckerle dem SRF. "Die WHO hat bereits letzte Woche entsprechende Empfehlungen abgegeben." Von jedem Verdachtsfall würden Proben ins nationale Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen am Universitätsspital Genf geschickt.

Volker Thiel von der Universität Bern ist führend auf dem Gebiet der Erforschung von Coronaviren. Der Virologe kann dennoch bis jetzt noch nicht darüber urteilen, wie gefährlich die neue Form des Erregers wirklich ist. "Uns fehlen noch genaue Informationen zu den einzelnen Fällen", erklärt er. Man wisse deshalb nicht genau, wie die Infektion vonstattengehe.

Impfstoff-Entwicklung dauert mindestens ein Jahr

Das Coronavirus gilt als wandlungsfähig, Mutationen sind im aktuellen Fall allerdings nicht bekannt. Dennoch gibt es noch keinen Impfstoff gegen den gefährlichen Erreger und die globale Impfallianz geht bislang davon aus, dass die Entwicklung eines entsprechenden Mittels mindestens ein Jahr dauert.

Eine gute Nachricht kann Isabelle Eckerle dennoch verkünden: "Wir können auf bestehenden Impfstoffen gegen das verwandte SARS-Virus aufbauen." Länger dauere es allerdings, den Beweis der Wirksamkeit zu erbringen, so die Virologin.

Was mittlerweile feststeht: Die neue Form des Coronavirus kann entgegen vorheriger Annahmen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Der Expertenrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief aber dennoch bisher keinen internationalen Gesundheitsnotstand aus. Der Grund laut WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus: Die meisten aufgetretenen Fälle beschränken sich auf die Volksrepublik China. Das asiatische Land treffe genügend Vorkehrungen, um eine Ausbreitung einzudämmen.

Derzeit keine Bedrohung in der Schweiz

Auch das Bundesamt für Gesundheit BAG sieht derzeit keinen grösseren Grund zur Sorge. "Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko einer Einschleppung aktuell als moderat ein. Gleiches gilt für die Schweiz", heisst es in einer Erklärung. (wag)  © 1&1 Mail & Media / SN