Drückende Hitze sorgt derzeit für einen Ansturm auf die Badis. Die Wasserqualität leidet jedoch unter den Besuchermassen: Besonders viel Chemie kommt zum Einsatz, was mitunter gesundheitsgefährdend werden kann.

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Die Hitze hat die Schweiz fest im Griff. Bei Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius ist nichts verlockender, als ins kühle Nass der Badis zu springen. Doch weil Tausende derzeit in die Freibäder strömen, kann das Auswirkungen auf die Wasserqualität haben.

Wie "20min.ch" berichtet, komme derzeit vermehrt Chemie zum Einsatz, um das Badi-Wasser nicht zusätzlich zu belasten. Doch zu viel Chemie schadet wiederum den Badegästen. Bei Tests im vergangenen Sommer schnitten viele Freibäder schlecht ab.

Zu hohe Harnstoffwerte

Wie ein neuer Bericht des Kantons Zürich zeigt, wurden 2018 in jedem vierten kontrollierten Becken ein erhöhter Harnstoffgehalt nachgewiesen. Als Grund führt das Kantonale Labor die hohe Auslastung der Bäder an, mit der auch in diesem Jahr wieder zu rechnen sei.

Aus gesundheitlicher Sicht ist Harnstoff zwar relativ ungefährlich. In einem Freibad können aber Reaktionsprodukte entstehen, die besonders die Reizung von Augen und Schleimhäuten zur Folge haben können.

In 112 Fällen zu viel Chlor

Auch bei dem Einsatz von Chlor wurde den Test-Resultaten zufolge nicht gespart. Im vergangenen Jahr wurden allein im Kanton Zürich in 112 Fällen zu hohe Chlorat-Werte gemessen.

"Je mehr Leute in die Freibäder strömen, desto grösser ist die Belastung für das Wasser", sagt Martin Enz, Geschäftsführer des Verbands Hallen- und Freibäder. "Deswegen müssen mehr Chemikalien eingesetzt werden."

Mit den Chemikalien zu spassen, ist allerdings nicht. Ein zu hoher Gehalt im Wasser ist schädlich für die Besucher und könne sogar Auswirkungen auf die roten Blutkörperchen oder die Iod-Aufnahme haben.

Keine Gefahr?

Angst vor einem Badi-Besuch braucht man 2019 dennoch nicht zu haben. Wie Enz erklärt, könne den Problemfällen von 2018 mit einer erhöhten Frischwasserzufuhr und dem Einsatz von Chlor und Ozon entgegengewirkt werden. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN