In diesem Jahr sind bereits mehrere Menschen im Bodensee ertrunken. Während sie alle geborgen werden konnten, fehlt von anderen verunfallten Personen jede Spur. An die hundert Leichen sollen deshalb auf dem Grund des Bodensees liegen.

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Am vergangenen Dienstag wurde ein 78-Jähriger in Friedrichshafen aus dem Bodensee gezogen und verstarb Stunden später im Krankenhaus. Bereits mehrere Personen kamen in diesem Jahr im Bodensee ums Leben, sie konnten alle geborgen werden. In den vergangenen Jahren mussten die Rettungskräfte jedoch viele Verunfallte auch als vermisst melden.

99 Personen auf der Liste

Im Juli 2015 wurde beispielsweise die Suche nach einem im Thurgau wohnhaften Chinesen aufgegeben. Eine Liste der Seepolizei zeigt, dass knapp hundert Leichen auf dem Grund des Sees liegen müssten.

Seit 1947 wird die Liste von vermissten Personen im Bodensee geführt. "Derzeit sind wohl 99 Personen auf dieser Liste", erklärte Marcel Kuhn, Leiter der Seepolizei Thurgau, gegenüber "20 Minuten". Je nach Wasserstand kann der Bodensee mehr als 250 Meter tief sein. Leblose Körper sinken deshalb schnell ab. Nur bis 20 Meter Seetiefe stehen die Chancen gut, dass ein Körper an die Oberfläche treibe, so Kuhn.

"Das ist wie ein Kühlschrank"

Ab 60 Meter Tiefe sei der See nur noch vier Grad warm. "Das ist wie ein Kühlschrank. Bei dieser Temperatur entstehen kaum noch Gase, die den Körper nach oben treiben könnten." Der Wasserdruck verhindere ebenfalls den Auftrieb.

Neben dem ertrunkenen Schwimmer von Dienstag kam auch im Kanton St. Gallen dieses Jahr bereits eine Person im Bodensee ums Leben. Ein Passant entdeckte den leblosen Körper eines 24-jährigen Eritreers am 1. Mai in Rorschach SG. Im Kanton Thurgau wurde Ende Juni ein Mann tot aus dem Bodensee geborgen. Woran er gestorben ist, konnte nicht endgültig geklärt werden. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN