Die Gelterkinder Fasnacht ist im gesamten Baselbiet eine Institution. Der Cherus lockt jedes Jahr tausende Besucher an. Für die Bewohner hat die Party ein bedenkliches Ausmass angenommen – sie fordern mit einer Petition eine Reorganisation der Veranstaltung.

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In der Gemeinde Gelterkinden wird alljährlich der Cherus der Fasnacht gefeiert. Rund 6.000 Besucher zählte die Veranstaltung, an der über 30 Guggen-Formationen teilnahmen, in diesem Jahr. Doch wenn es nach den Anwohnern geht, hat sich die grösste Guggen-Party im Baselbiet zu sehr herumgesprochen. In einer Petition fordern 400 Anwohner den Gemeinderat dazu auf, das Event zu verkleinern und nur noch unter strengen Auflagen zu bewilligen,.

Ein Leserbrief brachte alles ins Rollen

Petitionärin Vreni Weber-Thommen störe sich vor allem an den wummernden Bässen bis spät in die Nacht, wild urinierenden Besuchern und Abfall, der achtlos in Hauseingänge und Vorgärten geworfen wird. "Das Fest hat Ausmasse angenommen, die die Toleranz der Anwohner überfordert", erklärte sie gegenüber dem SRF "Regionaljournal". Ein Leserbrief von Weber-Thommen in der Sissacher "Volkstimme" habe bei den Dorfbewohnern viel Anklang gefunden, sodass die Idee zur Petition entstanden sei.

Musik gehört einfach dazu

Stephan Béhé, Präsident des Organisationskomitees des Guggenkonzerts, habe Verständnis für die Anliegen der Anwohner, erklärte er im Interview mit dem "Regionaljournal“. Gegen das wilde Urinieren und das Abfallproblem werde sich eine Lösung durch neue Konzepte finden.

Eine Verkleinerung der Gruppenanzahl und ein Verzicht auf elektrische Musikverstärkung sieht Béhé jedoch als nicht umsetzbar an. "Bei einer Beschränkung auf 15 Gruppen, wie sie von den Anwohnern gefordert wird, könnten wir nicht einmal alle Baselbieter Formationen auftreten lassen.“ Und: "Zum Festbetrieb gehört einfach Musik!“

Petition liegt dem Gemeinderat vor

Die Gelterkinder Petitionäre haben ihre Unterschriften am 15. Juli überreicht. Nun hoffen sie auf den Gemeinderat. Er muss einen geeigneten Weg finden, wie die Auflagen verändert und die Anwohner zu mehr Toleranz aufgefordert werden können.

Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr morgens und dauert exakt 72 Stunden. In dieser Zeit haben die Fastnächtler die Region fest im Griff (jom).  © 1&1 Mail & Media / SN