Weil vor allem Spargel oft nicht dem gewünschten Ideal entspricht, sollen jährlich viele Tonnen Spargel direkt in die Biogasanlage geworfen werden.

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Zu krumm, zu dick oder zu dünn: Ein perfektes Aussehen spielt in der Lebensmittelbranche eine grosse Rolle. Das wird vor allem auch dem Edelgemüse Spargel zum Verhängnis: Weil Teile der Ernte nicht dem üblichen schnurgeraden Ideal entsprechen, werden sie sofort aussortiert - und landen laut "20min.ch" direkt in der Biogasanlage.

Genaue Zahlen gebe es jedoch weder vom Schweizer Bauernverband noch vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten.

Ergebnis eines Betriebs ist alarmierend

Rund 800 Tonnen Spargel werden jährlich in der Schweiz verkauft. Seit 20 Jahren soll der Spargel-Konsum laut Verbraucherplattform "gemüse.ch" kontinuierlich steigen. "20min.ch" hat für einen Anhaltspunkt stellvertretend bei dem Familienbetrieb Jucker-Farm nachgehakt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Nur rund 70 Prozent der Spargel-Ernte gehen in den tatsächlichen Verkauf.

"Gut zehn Prozent der Spargelernte können wegen Äusserlichkeiten nicht verkauft werden", erklärt Raphael Peterhans, Betriebsleiter des Spargelhofs in Rafz ZH. Die übrigen 20 Prozent werden zumindest von der hofeigenen Manufaktur zu Suppe verarbeitet oder zu Biogas verwandelt.

In diesem Jahr rechnet Peterhans mit 18 Tonnen Spargel, die wegen des Schönheitsideals gar nicht erst in den Verkauf gelangen werden.

Verschwendung in enormen Dimensionen

Insgesamt werden laut Ergebnissen des WWF Schweiz landesweit jährlich 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, das entspricht einem Drittel der Nahrungsmittel, die für die Schweiz produziert werden.

Hilfsorganisationen wie "Tischlein deck dich", die Schweizer Tafel und die Caritas haben es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, Lebensmittelverschwendung vorzubeugen und für den Müll vorgesehene Produkte an Armutsbetroffene zu verteilen.

Für Peterhans ist der riesige Gemüseabfall absolut unnötig: "Die Vorgaben sind sehr strikt und der Konsument will stets ein sauberes, einheitliches Produkt. Es wäre sicher sinnvoll, die Normen in der ganzen Lebensmittelindustrie ein wenig zu lockern." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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