Trauriger Rekord: 2018 wurden in der Schweiz so viele Zeckenstiche mit gravierenden Folgen gemeldet wie bislang in keinem Jahr zuvor. Jetzt zieht der Bund Konsequenzen daraus.

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Kopfschmerzen, Lichtscheu, Gehstörungen – mit Zeckenstichen ist nicht zu spassen. Vor allem nicht, wenn es sich um eine Infektion mit der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) handelt. Diese kann von Lähmungen bis hin zum Tod führen.

In der Schweiz wurden 2018 ganze 380 Bisse mit viraler Hirnhautentzündung gemeldet. So viele wie noch nie zuvor, meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und spricht von 40 Prozent mehr als noch im Jahr 2017.

Risikogebiet soll ausgeweitet werden

Der Bund sieht Handlungsbedarf. Anstatt nur in bestimmten Regionen auf die Zecken-Gefahr sowie auf eine empfohlene Impfung aufmerksam zu machen, soll nun die gesamte Schweiz zum Zecken-Risikogebiet erklärt werden.

"Mitte Januar werden wir dies im 'BAG-Bulletin' publizieren", sagt Mark Witschi gegenüber dem "Tages Anzeiger". Er ist Leiter der Sektion Impfempfehlungen beim Bundesamt für Gesundheit.

Impfung für alle

Was man sich von der Ausweitung erhoffe? Aktuell seien gerade einmal rund 30 Prozent aller Schweizer gegen den FSME-Virus geimpft. Zu wenig, meint das BAG. Die Zeckenimpfung soll daher ab kommendem Jahr schweizweit krankenkassenpflichtig sein.

Der ideale Zeitpunkt für die Immunisierung ist im Winter, da drei Injektionen im Abstand von mehreren Monaten verabreicht werden müssen, um vollständigen Schutz erfahren zu können. Anschliessend empfiehlt das BAG alle zehn Jahre eine Auffrischung der Impfung. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

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