Sie prügeln. Sie dealen. Sie bedrohen und erpressen. Die Baby-Gangs boomen im Tessin. Schon zum dritten Mal innerhalb nur eines Jahres nahm die Kapo fünf junge Burschen unter 18 Jahren fest.

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Vergangene Woche hat die Kapo fünf junge Männer festgenommen. Sie haben gedealt, gestohlen und einen Mann mit der Softair-Pistole bedroht. Es ist der dritte Schlag gegen eine Baby-Gang im Südkanton in nur einem Jahr.

Bedrohung mit Airsoft-Pistole

Die vier Halbstarken standen beim Vater eines 17-jährigen Bandenmitglieds vor der Haustür. Sie zielten mit einer Airsoft-Pistole auf den Mann und verhielten sich, wie "Blick" berichtet, extrem aggressiv. Der Angegriffene alarmierte die Polizei. Am 6. November wurde die Bubi-Bande festgenommen. Zwei von ihnen sind mit 20 und 19 Jahren volljährig und sitzen in U-Haft. Um die drei anderen, zwei 17- und ein 16-Jähriger kümmert sich die Jugendanwaltschaft.

Immer wieder habe es auch andere Delikte gegeben, weswegen gegen die Bande mehrere Delikte vorliegen, darunter Bedrohung, Erpressung, Verstoss gegen das Waffen- sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Organisierte Banden nehmen zu

Vor allem im Kanton Tessin nehmen die organisierten Jugendbanden zu, im Laufe des Frühsommers flogen 30 Jugendliche auf. Diese Bande hatte mit kiloweise Marihuana, Hunderten von Beruhigungstabletten der Marke Xanax und mit dem Hustensaft Makatussin gedealt, dazu sollen sie unzählige Rezepte gefälscht haben.

Zunehmend seien die Schläger in Banden überdies organisiert. Angeführt von einem Älteren, der den Jüngeren als Vorbild dient.

Ermittlungsverfahren steigen

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Minderjährige explodiert. Sie stieg von 874 auf über 1200 alleine im Jahr 2018. Verurteilt werden jährlich über 400 Kids. Die Tendenz bestätigt ein Jugendanwalt dem Nachrichtenportal Ticinonline. "Besonders die Verbreitung von Drogen macht uns Sorgen", sagte Reto Medici dem Portal. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN