Am Montag hat die Winter-Rekrutenschule begonnen und rund 11.600 Rekruten mussten laut der Schweizer Armee einrücken. Um ihren Alltag ein wenig erträglicher zu machen, schicken Unternehmen den Rekruten gerne Fresspäckli mit Snacks und Getränken. Dass sich darunter auch Alkohol befindet, stösst in den vordersten Reihen der Armee auf Kritik.

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Der Fleischverarbeiter Bell, die Brauerei Feldschlösschen oder der Konkurrent Heineken: Unternehmen wollen sich mit Fresspäckli bei den Rekruten der Schweizer Armee für ihren Einsatz bedanken. Die Geste findet allerdings nur bei den Rekruten Anklang. Die Armee hält nichts von den Paketen, wie ein Sprecher nun gegenüber "20 Minuten" erklärte.

Fresspäckli als "schöne Geste"

"Ein Fresspäckli von uns enthält meist Trockenfleisch und Snacks", berichtete ein Sprecher von Bell im Interview mit "20 Minuten". Es sei eine "schöne Geste" den Rekruten gegenüber. Die Brauerei Feldschlösschen schicke traditionell Pakete mit alkoholfreiem und normalem Bier, wenn sie "freundlich angeschrieben" werde, sagte Sprecherin Gaby Gerber.

"Wir verschicken im Sommer etwa vier bis fünf Fresspäckli pro Woche an Rekruten, im Winter sind es etwas weniger", sagte Heineken-Sprecher Antonio Govetosa. In den Paketen seien neben Bier auch T-Shirts und Schlüsselanhänger zu finden.

Armee findet sie "unnötig und eher geschmacklos"

"Im anstrengenden aber auch monotonen Alltag sind Päckli gerade zu Beginn der Rekrutenschule ein Highlight", zeigte sich ein Rekrut gegenüber "20 Minuten" dankbar. Armeesprecher Daniel Reist hingegen findet deutliche Kritik an den verschickten Paketen: "Die Angehörigen der Armee werden gut und ausreichend versorgt und ernährt." Dass Rekruten um Fresspäckli bitten, finde das Militär "unnötig und eher geschmacklos". Es gebe bedürftigere Leute, die eher Hilfe benötigten als die Rekruten.

Bier nur in der Freizeit geniessen

Besonders die alkoholischen Geschenke sind der Armee ein Dorn im Auge: Alkohol in Rekrutenpäckchen sei verpönt, so Reist. Alkohol im Zimmer zu haben, sei verboten. Das Bier dürfe höchstens im Privatauto gelagert und nur im Ausgang getrunken werden.

Die Brauereien sind sich dessen bewusst und appellieren an die Vernunft der Rekruten. Heineken-Sprecher Govetosa: "Wir gehen davon aus, dass sich die Rekruten an die geltenden Regeln des Militärs halten und unser Bier nur in ihrer Freizeit geniessen." (jom)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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