Forscher haben eine weitere Sicherheitslücke beim Test des neuen E-Voting-Systems der Post aufgedeckt. Die Bundeskanzlei sieht Handlungsbedarf.

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Beim öffentlichen Test, bei dem über 3.000 Hacker-Spezialisten rund um die Welt das E-Voting-System der Post testen sollten, wurden weitere Fehler aufgedeckt. Das berichtet unter anderem die Website "bluewin.ch".

Die gleichen IT-Experten, die bereits einen am 12. März kommunizierten kritischen Fehler im Quellcode gefunden hatten, sind nun auf eine Sicherheitslücke bei der universellen Verifizierbarkeit gestossen.

Nach Angaben der Bundeskanzlei könnten Stimmen dadurch zu ungültigen verändert werden, ohne dass dies durch die mathematischen Beweise entdeckt wird.

Post klärt aktuell den Sachverhalt ab

Der stellvertretende Leiter Kommunikation bei der Bundeskanzlei, René Lenzin, erklärte, der Fehler bestätigte einen "Handlungsbedarf". Das System müsse erkennen, wenn manipuliert worden sei. Immerhin habe schon der am 12. März festgestellte Fehler gezeigt, dass das "Herz des Systems" nicht funktioniert habe.

Nun ist die Post, wie sie auf Anfrage mitteilt, aktuell daran, den Sachverhalt im Detail abzuklären. Helfen soll ihr dabei der spanische Technologiepartner Scytl.

Im Gegensatz zur Bundeskanzlei würde der festgestellte Fehler aber in jedem Fall bei der Entschlüsselung und Auszählung bemerkt werden. Die Post schliesst daher aus, dass mit diesem Szenario unbemerkt Stimmen verändert oder Wahlen manipuliert werden könnten.

Die Bundeskanzlei soll nach eigenen Angaben voraussichtlich bis Ende Woche ein erstes Fazit ziehen. Den Grundsatzentscheid, ob ein E-Voting-System eingesetzt wird, müssen die Kantone fällen. Dazu müssen sie bei der Bundeskanzlei ein Gesuch stellen. (dmr)  © 1&1 Mail & Media / SN