Die Hitze, die in den Räumlichkeiten des Zürcher Universitätsspitals herrsche, sei für die Patienten und auch für das Fachpersonal nicht länger zumutbar. Ein Pfleger hat sich zu den Zuständen geäussert.

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Im Universitätsspital Zürich (USZ) herrschen aufgrund der Hitzewelle hohe Temperaturen. Die warme Luft sei sowohl für die Patienten als auch für das Personal nicht mehr zu ertragen. Ein Pfleger hat seinem Ärger nun via Facebook Luft gemacht. Das USZ versucht die aufgewühlte Gemütslage zu beruhigen.

Sind Ventilatoren untersagt?

"Gestern im Unispital: draussen 33, in den Zimmern 40 Grad. Nachts um 5 Uhr draussen 23, drinnen 30", schreibt der Pfleger wütend auf der Social-Media-Plattform. Viele Patienten könnten wegen der Wärme nicht mehr schlafen, doch der Kanton habe Ventilatoren für Alters- und Pflegeinstitute aufgrund des Klimawandels strikt verboten. Auch Patienten hätten sich bereits beschwert, sagt der Mann dem Nachrichtenportal "20min.ch".

Genaue Temperaturzahlen habe die Einrichtung nach mehreren Anfragen nicht nennen wollen. USZ-Sprecherin Martina Pletscher erklärt: "Die Kälte- und Wärmewahrnehmung ist sehr individuell". Die Patienten seien jederzeit dazu befugt, die Pfleger anzusprechen, sobald die Temperaturen bei ihnen für Unwohlsein sorgen würden.

Eine allgemeine Untersagung von Ventilatoren aufgrund von Stromeinsparungen sei für Spitäler nie festgelegt worden. Wegen medizinischer und spitalhygienischer Gründe sei die Verwendung von Ventilatoren, mobilen Kühlgeräten und Heizlüftern aber nur in seltenen Ausnahmefällen zugelassen, fügte Pletscher hinzu.

Alternative Mittel zum Kühlen ausreichend?

Das USZ müsse laut einer internen Richtlinie den Energiebedarf jährlich um zwei Prozent reduzieren, weshalb keine weiteren Klimageräte eingebaut werden dürfen. "Zudem sollen die Mitarbeitenden den Temperaturen angepasste Kleidung tragen."

Für Patienten, die gar keine oder nur wenig Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen, werden alternativ eine Sprayflasche oder Eiswürfel zum Lutschen angeboten. In den Zimmern werde ausserdem regelmässig gelüftet, das Personal dürfe zudem kühlende Fuss- und Handbäder machen.

Dennoch sei die Hitze besonders für ältere und schwerkranke Personen ein zusätzlicher Kraftakt und könne sich negativ auf das Herz und den Kreislauf auswirken, heisst es in einem Beitrag des USZ auf einem internen Blog.

Eine "Tortur" vermeiden

Zu den erschwerten Bedingungen im Spital hat auch die Präsidentin des Pflegeverbands Zürich, Regine Soder, Stellung bezogen: "Wir appellieren an die Institutionen, entsprechende Schritte in die Wege zu leiten, damit solche Hitzespitzen für die Patienten nicht zur Tortur werden."

Die Einrichtungen seien dazu verpflichtet, entsprechende Massnahmen zu treffen, sofern auch das Personal aufgrund der hohen Temperaturen nicht mehr vernünftig arbeiten könne.

Pletscher fügt an dieser Stelle hinzu, dass alle Räumlichkeiten gekühlt seien, in denen das aus der Sicht des Pflegefachpersonals oder der Patienten notwendig sei. Dazu zählen unter anderem die Intensivpflegestationen sowie die Operationssäle. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN

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