Eigentlich wollte Lifestylebloggerin Denise Lehmann mit dem Intercity eine entspannte Fahrt von Biel nach Olten geniessen. Doch wegen eines betrunkenen Passagiers wurde der Trip für sie zum Horrorerlebnis. Dies ist kein Einzelfall, das raten deswegen die SBB.

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Vor einigen Tagen wurde eine Zugfahrt in der 1. Klasse im Intercity von Biel nach Olten für die Lifestylebloggerin Denise Lehmann alias Kitchwitch zu einem Horrorerlebnis. Ein angetrunkener Mann sei mit einer Bierflasche immer wieder durch die Gänge marschiert und habe aggressiv herumgeschrien – und die Passagieren in Panik versetzt. Den Vorfall teilte sie auch auf Instagram mit.

"Ich hatte Panik"

"In der letzten Viertelstunde vor dem Ziel hatte ich regelrecht Panik", wird Denis Lehmann von "20min.ch" zitiert. Ausser ihr sei in dem Waggon lediglich eine weitere Person gewesen. "Der Zug habe an keiner Station mehr gehalten. Ich war eingesperrt im Zug und hätte vor dem Mann nicht flüchten können, wenn er mich attackiert hätte", berichtet sie weiter von ihrem Trip.

"Habe ich einmal das Halbtax vergessen, kümmern sich gefühlt 50 Leute des Bahnpersonals um mich. In einer Notsituation fühlte ich mich aber im Stich gelassen. Ich hätte es dem Mann zugetraut, dass er mir plötzlich seine Bierflasche anschmeisst", so die Bloggerin.

Kein Einzelfall

Das Horrorerlebnis von Denis Lehmann ist kein Einzelfall. Auch weitere Pendler haben sich schon über so manchen Vorfall im öffentlichen Verkehr beschwert. So habe einmal eine geistig verwirrte Frau die Fahrgäste überrascht, als sie um sieben Uhr morgens in einer Zürcher S-Bahn den Passagieren etwas über Drogen erzählt habe.

Pendler-Berichten zufolge, komme es öfter vor, dass laut fluchende Personen in Trams die Fahrgäste verstören und erschrecken würden. Doch was tun die zuständigen Unternehmen dagegen?

Kundenbegleiter sollen für Sicherheit sorgen

Die Kundenorganisation Pro Bahn Schweiz setzt sich mich solchen Fällen auseinander. "Ganz allgemein stellt man fest, dass Pöbeleien und Aggressivität im öffentlichen Raum zunehmen. Und der ÖV gehört dazu", erklärt Präsidentin Karin Blättler gegenüber "20min.ch".

Sie würden grossen Wert auf Kundenbegleiter legen, die die Züge regelmässig abgehen und ihre Präsenz markieren sollen. "Das erhöht die effektive Sicherheit und das Sicherheitsgefühl."

SBB rät zu schnellem Alarmieren

Die Sicherheit der Kunden habe auch für die SBB oberste Priorität, sagt SBB-Mediensprecher Martin Meier. Die Fahrgäste sollen sich während der Fahrt zu jeder Tageszeit wohlfühlen. Ausserdem seien in der Regel immer zwei Kundenbegleiter im Einsatz.

"Fühlen sich Kunden unwohl, sollten sie nicht zögern, die anwesenden Kundenbegleiter zu informieren oder die Transportpolizei unter der Telefonnummer 0800 117 117 zu alarmieren", fügt Meier hinzu.

Im Ernstfall könne zudem die Einsatzzentrale die Transportpolizei kontaktieren, die bei der nächstmöglichen Bahnstation einsteige. Sobald ein Kundenbegleiter dazustösst, würde sich die Situation aber meist wieder beruhigen.

"Alkoholprobleme sind ein grosses Thema"

Für Walter von Arburg, Kommunikationsbeauftragter des Sozialwerks Pfarrer Sieber, ist das Problem klar: "Alkoholprobleme sind heute generell ein grosses Thema. Bei betrunkenen Pöblern im Zug handelt es sich nicht zwingend um Obdachlose mit Drogen- oder Alkoholproblemen."

Weiter rate er, solchen Menschen aus dem Weg zu gehen, um Konflikte im ÖV zu vermeiden. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN