Bettwanzen waren in Europa bereits nahezu ausgerottet. In den letzten Jahren "feiern" sie aber ein für den Menschen eher unangenehmes Comeback. Selbst auf Berghütten sind die Plagegeister inzwischen angekommen. Folglich muss die erste Hütte im Wallis mitten in der Hochsaison kurzzeitig schliessen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Es ist eine Katastrophe für die Betreiber der Prafleuri-Hütte des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Wo normalerweise hunderte Wanderer auf der zehntägigen Route zwischen Charmonix (F) und Zermatt VS ein Dach über dem Kopf suchen, sind die Türen der Berghütte mitten in der Hauptsaison zunächst bis zum 5. August geschlossen.

Der Grund ist ein besonders unliebsamer Gast, der in letzter Zeit wieder seinen Unfrieden in den Schweizer Bergen treibt: blutsaugende Bettwanzen.

Auch andere Hütten wurden über den Befall informiert

Ihre Hütte im Wallis sei massiv befallen, erklärt Hüttenwartin Babeth Dayer gegenüber "blick.ch". Dieser radikale Schritt sei die einzige Option gewesen. Nun gehe ein Kammerjäger mit Insektiziden gegen die Parasiten vor.

Ihre Kollegen auf den umliegenden SAC-Hütten habe Dayer ebenfalls vorgewarnt. Die nächstgelegene SAC-Hütte Mont Fort soll bereits einen Kammerjäger engagiert haben, der die Unterkunft absucht und auch in Verbier VS war der Experte bereits vor Ort. Wanderer würden die Tiere unwissentlich in ihren Schlafsäcken und Rucksäcken von einem Haus zum anderen schleppen - wo sie immer wieder mühsam bekämpft werden müssen.

"Niemand ist sicher"

Schon ein einzelner Gast mit Wanzen im Gepäck genügt, um eine Berghütte vollkommen mit der tierischen Plage zu verseuchen. "Niemand ist sicher", sagt auch Hüttenwart Daniel Bruchez zu "blick.ch". Er ist der Betreiber der Hütte in Verbier VS.

Auch der SAC selbst nimmt das Wanzenproblem sehr ernst. "Darauf zu warten, dass sich ein Gast über Wanzenstiche beschwert, reicht nicht", so der Bereichsleiter des SAC, Bruno Lüthi.

Bereits in der letzten Woche wurden erste Massnahmen getroffen. Alle Hüttenbetreiber wurden auf den aktuellen Bettwanzenbefall aufmerksam gemacht und darüber informiert, wie sie im Fall der Fälle vorgehen sollen.

Container zur Wanzenbekämpfung

Um eine nächste Plage zu verhindern, hat Hüttenwartin Babeth Dayer bereits einen Container vor ihr Haus gestellt, damit die Gäste ihre Rucksäcke dort künftig lagern können, statt sie mit in die Schlafräume zu nehmen. "So können wir das Risiko eines erneuten Befalls minimieren." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN