Die aktuelle Schweizer Kriminalstatistik zeigt: Es gibt weniger Einbrüche oder Diebstähle in der Schweiz als noch vor ein paar Jahren. Dafür steigt die Internet-Kriminalität markant.

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Trend Onlinekriminalität: Das ist das Fazit der aktuellen Schweizer Kriminalstatistik. Denn statt der verbrecherischen Dauerbrenner wie Einbruch (minus sieben Prozent) oder Diebstahl (minus sechs Prozent), wird nun vermehrt übers Internet betrogen.

Sei es über unbefugte Datenbeschaffung oder Pornografie im Netz. Das berichtet die Website "blick.ch". So gingen letztes Jahr allein 1.817 Anzeigen wegen illegaler Pornos raus.

Der Grund laut der Kantonspolizei Zürich: "Viele wissen nicht, dass der Besitz, Konsum sowie das Verbreiten von pornografischen Darstellungen mit Kindern, Tieren oder Gewaltdarstellungen generell verboten ist."

2018 gab es insgesamt 3.036 Straftaten (plus 23 Prozent) wegen Betrugs. Dafür ist laut Interpretation der Experten der Polizei das Internet verantwortlich. Ausserdem gab es einen Anstieg von 49 Prozent beim Delikt Erpressung und 13 Prozent beim Delikt Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (beispielsweise Kreditkartenklau oder Diebstahl von Benutzername und Passwort).

Das sind typische Verbrecher-Tricks

Betrüger würden laut dem stellvertretenden Leiter der bundeseigenen Melde- und Analyse-Stelle Informationssicherung (Melani), Max Klaus, bevorzugt Mails verschicken, in denen eine grosse Erbschaft oder ein Gewinn in Aussicht gestellt werde. "Dann wird ein Vorschuss für die Auszahlung verlangt. Einen Gewinn gibt es natürlich nicht", so Klaus.

Ein weiterer Trick: Erpresser behaupten, sie seien im Besitz von Nacktbildern und drohen mit Veröffentlichung. Tatsächlich seien dabei selten wirklich Bilder im Umlauf.

Einige Firmen haben zudem mit sogenannten Verschlüsselungstrojanern zu kämpfen. Das sind Programme, die wichtige Daten sperren und für deren Freigabe dann ein Lösegeld gefordert wird. Der Experten-Tipp: "Wichtige Daten sollten extern auf einer Festplatte gespeichert werden, die nicht am Netz angeschlossen ist", rät Klaus.

Um den Verbrechern besser auf die Spur zu kommen, arbeitet die Polizei verstärkt überkantonal mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) zusammen. (dmr)  © 1&1 Mail & Media / SN