In einem internen Fragenbogen müssen sich die Mitarbeiter der Schweizerischen Bundesbahnen mit sehr intimen Fragen auseinandersetzen – zu intim, finden einige. Das Bundesamt für Verkehr wurde jetzt aktiv.

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Mitarbeiter der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) müssen sich in einem internen Gesundheitsbogen mit sehr intimen Fragen beschäftigen. Unter anderem sollen sie angeben, ob sie unter einer Geschlechtskrankheit leiden, wie das Portal "blick.ch" berichtet. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist bereits eingeschritten.

Für Personen, die in dem Unternehmen "mit sicherheitsrelevanten Tätigkeiten im Eisenbahnbereich" in Berührung kommen, darunter Lokomotivführer, Zugverkehrsleiter sowie Schienenarbeiter, sei das Ausfüllen dieses Fragebogens notwendig, um ihre medizinische Tauglichkeit zu testen. Laut der SBB würde der Bund das verlangen. Wie ein Insider verraten haben soll, drohe den Mitarbeitern eine Kündigung, falls sie sich weigerten, diese Fragen zu beantworten.

SBB hat Beschwerde eingereicht

Ein solcher Bogen wurde bereits vor einiger Zeit gemeinsam mit dem BAV erstellt. Dieser wurde jedoch, gegen die Vorschriften, von der SBB erweitert. "Das BAV untersagt die Verwendung eines eigenen erweiterten Fragebogens zur Beurteilung der Tauglichkeit", heisst es in einer Verfügung von Ende März. Die Fragen zu Geschlechtskrankheiten seien demnach nicht verhältnismässig. Da keinerlei sicherheitsspezifische Aspekte darin erkennbar seien, könne man den Fragebogen nicht als notwendig bezeichnen. Die Verfügung ist jedoch bis jetzt nicht rechtskräftig.

Indes hat die SBB eine Beschwerde eingereicht. Laut des Sprechers gehe es nicht um die Geschlechtskrankheiten, sondern um Grundsätzliches. Fragen zu Krankheiten wie Epilepsie oder Bluthochdruck seien unumgänglich, da die Betroffenen sich selbst oder andere in Gefahr bringen könnten. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN