Nach dem Fasnachtauftakt am Donnerstag haben sich in Luzern hohe Abfallberge angesammelt. Feierwütige liessen ihren Müll auf den Strassen liegen oder entsorgten ihn in der Reuss. Von Jahr zu Jahr führt das lustige Treiben immer mehr zu einem dreckigen Stadtbild.

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120 Tonnen Abfall sind im vergangenen Jahr nach der Fasnacht in Luzern entsorgt worden – und zwar auf Strassen und in der Reuss. Wie "blick.ch" berichtet, sei es dieses Jahr bei dem Volksfest am Seebecken zu einem neuen Höchststand gekommen.

Güsel muss aus der Reuss gefischt werden

"In den letzten 20 Jahren hat es zugenommen", erzählt der Leiter des Luzerner Strassenunterhalts, Florian Aschbacher, im Interview mit "blick.ch". Dies läge vor allem am Alkohol. Trotz zahlreicher weisser Säcke werfe ein Grossteil der Feiernden nach dem offiziellen Fasnachtstart mit dem traditionellen Urknall seinen Abfall dennoch auf den Boden. "Irgendwann sind sich die Leute sogar für fünf Meter Weg bis zum nächsten Abfallkübel zu bequem", berichtet Aschbacher.

Rund eine Tonne Abfall lande zudem in der Reuss. Grund hierfür sei vor allem Wind, der die Abfälle in das Gewässer wehe. Aschbacher machte jedoch auch die Erfahrung, dass manche Partywütige "sogar volle Säcke in die Reuss" werfen würden.

Polizei kann Müll-Chaos nicht verhindern

Abfallsünder werden in Luzern mit 40 Franken Bussgeld bestraft. Dennoch ertappte die Polizei im vergangenen Jahr lediglich 200 Täter. Der Grund: Die Polizei habe zu wenig Ressourcen und während der Fasnacht Wichtigeres zu tun, als die Müllentsorgung der Feiernden zu überwachen. Eine Erhöhung des Bussgeldes für Abfallsünder würde das Problem deshalb nicht lösen, meint Aschbacher.

Noch bis Dienstag wird in Luzern und anderen Orten in der Schweiz die fünfte Jahreszeit gefeiert. (sob)  © 1&1 Mail & Media/spot on news