Ein 59-jähriger Extrem-Stalker wurde vom Kantonsgericht Nidwalden zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er soll seiner Ex monatelang aufgelauert, sie im Verkehr bedrängt und ihr Kondome und Bilder von Grabsteinen geschickt haben.

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Erst die Kantonspolizei hat seine Besessenheit vorläufig gestoppt: Das Nidwaldner Kantonsgericht hat einen 59-jährigen Stalker zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Zusätzlich dazu muss er eine Busse von 4.000 Franken zahlen und darf sich seiner ehemaligen Partnerin während der nächsten drei Jahre nicht auf weniger als 200 Meter nähern.

Ex-Partnerin in Todesangst

Der Stalker soll die Trennung von seiner Freundin 2016 schlecht verkraftet haben. Doch anstatt es einfach auf sich beruhen zu lassen, soll der 59-Jährige laut "20min.ch" immer stärker versucht haben, sie zurückzugewinnen - und dabei vor kaum einer Massnahme zurückgeschreckt haben.

"Er hat mich 24 Stunden am Tag gejagt", schilderte die Ex-Partnerin während des Verfahrens unter Tränen. Sie habe Angst gehabt, dass er sie erwische und ihr etwas antue. Sechs Monate soll die Frau in Todesangst gelebt haben. Sie habe einen Zusammenbruch erlitten und wurde krank geschrieben.

Bilder von Grabsteinen und Ausbremsen im Verkehr

Der verschmähte Liebhaber soll seiner Verflossenen nicht nur Liebeserklärungen, Fotos und Blumen, sondern auch Kondome, Psychopharmaka und Bilder von Grabsteinen geschickt haben. Zusätzlich soll er bis zu zwölf E-Mails pro Tag versendet und seiner Ex-Freundin darin massiv gedroht haben.

Gemäss der Anklage sei der 59-Jährige aber noch weiter gegangen: Zur Ortung soll er einen GPS-Sender an ihr Auto montiert und ihr trotz Hausverbot und Verfügungen der Behörden aufgelauert haben. Im Verkehr soll er sie mit seinem Töff oder seinem Auto ausgebremst und verfolgt haben.

In vier strafbaren Handlungen schuldig

Der Strafbestand des Stalkings existiert bisher in der Schweiz nicht, deswegen verurteilte ihn das Kantonsgericht wegen einzelner strafbarer Handlungen. Der 59-jährige Mann wurde wegen mehrfacher vorsätzlicher Verletzung der Verkehrsregeln, Betrugs, mehrfacher Nötigung und mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen schuldig gesprochen. Das Gericht hat dem Mann zusätzlich eine stationäre therapeutische Massnahme verordnet.

Erst Mitte Februar stellte ein Mann in Dübendorf einer jungen Frau nach und tötete sie. Seitdem fordern einige Politiker wie FDP-Nationalrätin Doris Fiala und SP-Nationalrätin Yvonne Feri ein härteres Vorgehen gegen Stalker und die Aufnahme von Stalking als Straftatbestand. (jkl)


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