Der Grenzzaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz wird abgebaut. Der Startschuss dafür fiel am Freitagabend. Viele Zuschauer jubelten und applaudierten.

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Für viele war es ein Befreiungsschlag: Am Freitag wurde damit begonnen, den Grenzzaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz abzubauen. Die Entscheidung kam von deutschen und schweizerischen Behörden.

Vertreter beider Seiten durchtrennten am Freitag gegen 20:30 Uhr die Kabelbinder zwischen einzelnen Zaunelementen, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet. Dann trafen sie in der Mitte des doppelten Zauns zusammen.

Grenzöffnung: So feiern Stadtpräsident und Oberbürgermeister

Von Zuschauern waren demnach Applaus, "Bravo"- und "Die Mauer muss weg"-Rufe zu hören. Der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger und der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt lösten ein Versprechen ein, das sie sich bei der Grenzschliessung gegeben hatten: Sie stiessen mit Kreuzlinger und Konstanzer Wein an.

"Die Situation, die wir jetzt hatten, lässt uns noch mehr schätzen, was wir hier haben", sagte Niederberger.

Am vergangenen Montag hatten sich die beiden für eine schnellstmögliche Öffnung der Grenze eingesetzt und wandten sich mit ihrer Forderung an die Bundesregierungen in der Schweiz und in Deutschland. Der Appell scheint Wirkung gezeigt zu haben.

Diese Lockerungen gelten jetzt

Am 16. März war die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen geschlossen worden. Anfang April wurde dann ein zweiter Zaun im Abstand von zwei Metern errichtet, nachdem sich viele Menschen ohne Mindestabstand an der Grenze getroffen hatten.

Am heutigen Samstag (16. Mai) treten für den wegen der Coronavirus-Pandemie bisher unerlaubten Grenzübergang Lockerungen in Kraft. So dürfen sich Paare wiedersehen und Verwandte sich wieder besuchen. Wer Tiere versorgen muss, eine Zweitwohnung im anderen Land oder einen Schrebergarten hat, darf die Grenze ebenso passieren. Gleiches gilt auch für Landwirtschafts-, Jagd- und Forstflächen.

Die zugelassenen Grenzübergänge müssen nicht mehr verpflichtend genutzt werden. Laut der deutschen Bundespolizei kann die Grenze wieder an jeder Stelle überschritten werden. (tae)  © 1&1 Mail & Media/spot on news