Seit Jahren nimmt die Jugendgewalt im Kanton Zürich zu. Das hat die Oberjugendanwaltschaft in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung bestätigt.

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Zum dritten Mal in Folge ist im Kanton Zürich die Anzahl der wegen eines Gewaltdelikts verzeigten Jugendlichen gestiegen, wie aus der Jahresstatistik der Zürcher Oberjugendanwaltschaft für 2018 hervorgeht.

2018 wurden 632 Minderjährige wegen eines Gewaltdelikts verzeigt. Im Jahr zuvor waren es noch 580.

Beschuldigte sind grösstenteils männlich

Die Jugendlichen sind durchschnittlich 15,7 Jahre alt und zu 87,3 Prozent männlich. 55,8 Prozent sind nicht vorbestraft. In über 40 Prozent der Fälle richtete sich die Gewalt gegen andere Jugendliche.

Bei jedem zweiten registrierten Vorfall handelte es sich um einen Einzeltäter, bei rund 40 Prozent der Delikte waren mindestens drei Beschuldigte beteiligt.

Dem Zürcher Oberjugendanwalt Marcel Riesen-Kupper bereitet der Anstieg der Jugendgewalt zwar Sorge, dennoch müsse man den Kontext sehen, sagte er am Donnerstag im Interview mit der "Neue Zürcher Zeitung".

"2010 hatten wir schweizweit einen absoluten Höchststand bei den von Jugendlichen begangenen Gewaltstraftaten." Diese Zahl habe sich bis 2015 halbiert, "was eine äusserst erfreuliche Entwicklung war. Jetzt verzeichnen wir wieder einen leichten Anstieg, von den Höchstzahlen sind wir aber nach wie vor weit weg." (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN