Dieser Anblick ist nicht jedem Menschen vergönnt, Benno Wolf kam in Giswil in den Genuss: Während er auf seine Kinder wartete, spazierte ein Wolf an ihm vorbei. Ein Experte geht davon aus, dass sich das Jungtier in die Siedlung verlaufen hat und hätte sich von ihm eine Hinterlassenschaft gewünscht.

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Damit hatte Benno Wolf aus Sarnen nicht gerechnet, als er seine Kinder am Samstag vom Skitraining abholen wollte. Gegen 11:20 Uhr stand er mit seinem Auto vor der Mehrzweckhalle in Giswil und sah plötzlich einen Wolf an sich vorbeispazieren. "Plötzlich sah ich einen Wolf auf mich zukommen", berichtete er dem Portal "20min.ch".

Selbst für den Naturaufseher "ein Erlebnis"

Nachdem Wolf die Polizei über die ungewöhnliche Sichtung informiert hatte, erschien der Obwaldner Naturaufseher Eugen Gasser an Ort und Stelle. Er ist im Kanton für die Gemeinden Lungern, Giswil und Sarnen zuständig. Der Experte war ebenfalls überrascht: "Ich sah zum ersten Mal einen Wolf." Es sei "ein Erlebnis" gewesen, das Tier zu beobachten.

Insgesamt wurde der Wolf sechsmal in Giswil gesichtet. Gasser geht davon aus, dass das Tier, das scheinbar gesund ist, von Osten kam und in den Westen weiter zog. Gefreut hätte sich der Naturaufseher über ein wenig Kot des Tieres. "Dann wäre es möglich gewesen, seine DNA bestimmen zu lassen", erklärte er. Ferner hätte man herausfinden können, zu welchem Rudel das Tier gehört.

Geburt vermutlich im Frühling 2019

David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz, glaubt, dass es sich bei dem in Giswil beobachteten Exemplar um ein Jungtier handelt: "Dies ist erkennbar, weil er noch keinen ausgeprägten Körper hat." Auch die Farbe des Fells und die Zeichnung liessen dies erkennen. "Ausserdem wirkt das Fell noch flauschig", so Gerke weiter, der die Geburt des Wolfs circa auf den Frühling des vergangenen Jahres datiert.

Zum Leben eines Wolfs gehöre es, auszuziehen und nach einem neuen Platz zum Leben sowie nach einem Partner zu suchen, erklärte der Gruppenpräsident.

Es könne möglich sein, dass das Giswiler Tier sich verlaufen und deshalb in der Siedlung gelandet sei. Junge Wölfe seien in der Regel wenig scheu und stattdessen neugierig. "Er hat aber nicht gezielt die Nähe zum Menschen gesucht", versicherte David Gerke. Er hofft, dass der Wolf gemerkt hat, "dass er besser im Wald lebt als in einer Siedlung". (wag)  © 1&1 Mail & Media / SN

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