Die Schweiz hat ein neues Super-Gefängnis. Der modernste Männerknast der Schweiz in Cazis in Mittelbünden ist nach einer Bauzeit von drei Jahren fertiggestellt. Am Freitag fand hinter sieben Meter hohen Mauern die Schlüsselübergabe statt.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Ausbrechen dürfte hier schwierig werden: Drei Jahre lang wurde im Kanton Graubünden gebaut, nun ist die neue Justizvollzugsanstalt (JVA) Cazis Tignez schon bald bezugsfertig. Dabei handelt es sich um das modernste Gefängnis der Schweiz.

Am Freitag fand in Anwesenheit von Bundesrätin Karin Keller-Sutter und der Zürcher Regierungsrätin Jaqueline Fehr die Schlüsselübergabe statt. 70 Personen aus dem Kanton Zürich werden in der neuen Anstalt in Cazis im Schnitt einsitzen. Die übrigen Insassen kommen überwiegend aus dem Konkordatskanton St. Gallen und Graubünden selbst. Insgesamt können 152 Insassen untergebracht werden.

Zuschuss vom Bund

Wie "blick.ch" berichtet, wurde die neue geschlossene JVA vom Kanton Graubünden mit 86 Millionen und vom Bund mit 33 Millionen Franken finanziert. Ausgerichtet ist sie auf die Bedürfnisse des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats, dem sieben Kantone angehören.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter betonte, der Strafvollzug sei eine Verbundaufgabe von Bund und Kantonen. Die neue Justizvollzugsanstalt in Graubünden sei ein Beispiel dafür, wie diese Aufgabe gelingen könne. Cazis sei ein Vorbild und Ansporn dafür, die anstehenden Aufgaben im Justizvollzug anzupacken.

Ab 2020 in Betrieb

Das älteste kantonale Gefängnis in Graubünden wird Ende 2019 nach 200 Jahren Betriebszeit geschlossen, die Insassen werden nach Cazis verlegt. Das neue Gefängnis, in dem auch langjährige Strafen abgesessen werden, wird bis Ende 2019 intensiv getestet. Zu Beginn des kommenden Jahres sollen die ersten Häftlinge in die neue JVA überführt werden.

Volkswirtschaftliche Bedeutung

Sieben Jahre dauerten der politische Prozess und die Planung, bevor die Bagger im Juni 2016 auffuhren. Die Betonmauer ist sieben Meter hoch und rund einen Kilometer lang. Das Areal ist 50.000 Quadratmeter gross. Das Gefängnis hat für die Region Mittelbünden auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung. Zu den bestehenden 30 Arbeitsplätzen, die vom Sennhof in Chur nach Cazis verlegt werden, wurden 80 neue Stellen geschaffen.

Die neue Justizvollzugsanstalt und die bestehende in Realta zahlen zusammen eine Lohnsumme von 16 Millionen Franken jährlich aus. Auch das Gewerbe dürfte Freude am Neubau haben. Ein Bäcker beispielsweise kann jeden Tag 60 Kilogramm Ruchbrot hinter die Gefängnismauern liefern. (jkl)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Mit Frauenkleidern und Maske: Ausbruchsversuch aus Gefängnis scheitert

Mit Maske, Perücke, Brille und in Frauenkleidern hat ein Häftling am Samstag versucht, aus einem Gefängnis in Rio de Janeiro zu entkommen. Unter der Verkleidung fanden die Wachen ein bekanntes Mitglied der brasilianischen Verbrecherorganisation "Rotes Kommando".