• Im Jahr 1981 wird die 17-jährige Frederike vergewaltigt und getötet.
  • Der Tatverdächtige wird zwei Jahre später aus Mangel an Beweisen vor Gericht freigesprochen.
  • Nun ist der Vater der Toten, der als Nebenkläger auftreten wollte, kurz vor dem neu angelegten Mordprozess gestorben.

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Jahrelang hat der Vater der 1981 getöteten Frederike für einen neuen Mordprozess gekämpft. Die Vorwürfe richteten sich gegen einen Mann, der 1983 aus Mangel an Beweisen in dem Fall freigesprochen worden war.

Jetzt ist der Vater kurz vor dem geplanten neuen Prozess gestorben, wie eine Sprecherin des Landgerichts Verden am Montag der dpa sagte. Über den Tod des 79-Jährigen hatte zuerst die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) berichtet. "Er kann den Kampf nicht zuende führen", zitiert die Zeitung seinen Rechtsanwalt Wolfram Schädler.

Nach Angaben der Gerichtssprecherin ist im Gespräch, dass anstelle des Vaters die Schwester der vor mehr als 40 Jahren getöteten Jugendlichen als Nebenklägerin auftreten wird.

Prozessbeginn auf der Kippe: Verteidiger des Beschuldigten legen Verfassungsbeschwerde ein

Unklar ist allerdings, ob der Prozess tatsächlich wie geplant am 9. August starten wird. Denn die Verteidiger des Beschuldigten haben Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt.

Der Verdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Mit neuen Untersuchungsmethoden konnten 2012 an altem Beweismaterial DNA-Spuren des heute 63-jährigen mutmasslichen Täters gesichert werden. Er soll die 17-Jährige aus Hambühren bei Celle in einem Wald vergewaltigt und erstochen haben. Auf dem Heimweg von einer Chorprobe war Frederike als Anhalterin in ein Auto gestiegen.

Gesetzesreform macht erneute Anklage im Fall Frederike möglich

Bis Ende 2021 konnte in Deutschland kein Verdächtiger nach einem rechtskräftigen Freispruch in der gleichen Sache noch einmal angeklagt werden - es sei denn, er gesteht die Tat. Doch angestossen vom Fall Frederike wurde 2021 eine Gesetzesreform von Bundestag und Bundesrat beschlossen, die am 1. Januar 2022 in Kraft trat.

Das Oberlandesgericht (OLG) Celle hält die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den früheren Angeklagten laut einem Beschluss vom 20. April für zulässig. (dpa/lh)

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