Im Rahmen eines inszenierten Unfallszenarios hat die Kantonspolizei St. Gallen am Donnerstag ganze neun Verkehrsteilnehmer zur Anzeige gebracht, die vor Ort Fotos mit ihren Handys gemacht haben.

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Die Kantonspolizei St. Gallen knüpft sich Gaffer vor. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag wurden im Zusammenhang mit dem interkantonalen Strassenrettungskurs der Stützpunktfeuerwehren im Raum Buchs insgesamt neun Autofahrer aus dem Verkehr auf der A13 gezogen.

Auf der Strecke wurde dabei ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen inszeniert, wie unter anderem das Nachrichtenportal "blick.ch" berichtet.

Den Beamten sei vor Ort schnell aufgefallen, wie zahlreiche Autofahrer während der Fahrt ihre Handys herausgeholt haben, um die Unfallstelle zu fotografieren.

"Gaffer, die Unfälle filmen, sind uns schon immer ein Dorn im Auge gewesen", so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. "Normalerweise, wenn es auf der Autobahn zu einem Unfall gekommen ist, haben wir nicht viel Zeit, um auf den Verkehr zu achten", fügte er hinzu.

Folglich habe sich die Polizei zu einer gezielten Gaffer-Kontrolle entschieden.

Drei Fahrer binnen einer Stunde angehalten

Am Donnerstag wurden innerhalb von nur einer Stunde drei Autofahrer gestoppt. Zwischen 10 und 13:30 Uhr wurden weitere fünf Männer und eine Frau aus dem Verkehr gezogen. Die neun Verkehrsteilnehmer wurden allesamt bei der Staatsanwaltschaft im Kanton St. Gallen angezeigt.

Erst am vergangenen Dienstag trugen sich im deutschen Nürnberg ähnliche Ereignisse zu. In einem Video ist zu sehen, wie der Einsatzleiter und Verkehrspolizist Stefan Pfeiffer auf der Autobahn A6 verschärft auf Gaffer achtet, nachdem es dort zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen war.

Immer wieder stellte er dabei zahlreiche Autoinsassen zur Rede. "Sie können auch gerne aussteigen und sich die Leiche anschauen", schimpfte er. (eee)   © 1&1 Mail & Media / SN

Nach brutalen Angriffen auf Polizisten in Zürich sowie auf Sanitäter in Bern wird der Ruf nach einer Verschärfung der Strafgesetze einmal mehr laut. Im Parlament sind entsprechende Forderungen zumindest früher jedoch abgelehnt worden.