Mehr Sprechstunden, mehr Behandlungen, mehr Operationen – sogenannte Kick-back-Zahlungen sind bei Ärzten weit verbreitet, aber in der Gesellschaft verpönt. Wie sehen die viel kritisierten Boni eigentlich aus?

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Das Medizinprodukteunternehmen Nevro hat das für Schweizer Ärzte so lukrative "Nevro Partnership Program" auf Eis gelegt. Betroffene Mediziner verlieren so mehrere Tausend "Extra-Franken" pro Eingriff.

Das Prinzip ist so einfach wie fragwürdig: Beim "Partnership Program" handelt es sich um ein Belohnungssystem. Je mehr Produkte von einer Firma die Ärzte ihren Patienten verabreichen oder einpflanzen, desto höher fallen die Boni aus, wie "blick.ch" beschreibt.

Wer kommt für die Kosten auf?

Durch diesen zusätzlichen OP-Anreiz fallen im Vorfeld mehr Sprechstunden und Behandlungen an. Die Kosten dafür tragen im Schweizer Gesundheitswesen meist die Prämienzahler oder die Pharma- und Medtech-Branche.

Die Kontrolle über die Kick-backs gestaltet sich eher schwierig. Zwar verbietet das Heilmittelgesetz laut "blick.ch" Kick-backs bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Handelt es sich jedoch um Medizinprodukte wie Implantate, Instrumente oder Apparate, greife das Verbot nicht mehr.

Bei solchen seien Kick-backs laut Krankenversicherungsrecht dann zulässig, wenn die Rabatte an die Patienten oder die Versicherer zurückfliessen.

"Kein spezifisches Monitoring geplant"

Das Problem: "Das BAG [Bundesamt für Gesundheit] kann keine Angaben zur Verbreitung von Kick-back-Zahlungen machen", zitiert das Blatt einen Sprecher. Es sei "kein spezifisches Monitoring diesbezüglich geplant".

Im Fall des Implantat-Herstellers Nevro gehen vielen Schweizer Ärzten ab sofort mehrere Tausend Franken durch die Lappen. So habe ein Arzt, der zwei solcher Implantate verpflanzt, bisher etwa 10.000 Franken als Bonus bekommen, wie das Blatt schreibt.

Im März 2019 hat das Parlament eine Erweiterung des Kick-back-Verbots auf den Weg gebracht. Ab 2023 soll das Verbot auf Medizinprodukte in Kraft treten. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN

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