An Heiligabend ist in der reformierten Kirche in Herzogenbuchsee BE ein Feuer ausgebrochen, Teile des Gebäudes stürzten daraufhin ein. Jetzt haben die Katholiken der Gemeinde den Evangelisch-Reformierten ihre Hilfe zugesichert.

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Am Morgen des 24. Dezembers ging ein Kirchturm in Herzogenbuchsee BE in Flammen auf. Rund 80 Feuerwehrleute konnten das Feuer in der reformierten Kirche bis zum Mittag unter Kontrolle bringen, doch gegen 19 Uhr entfachte der Brand erneut. Teile des Kirchturms brachen ab, stürzten auf das Kirchenschiff und rissen ein Loch in das Dach. Personen wurden nicht verletzt, der Schaden beläuft sich laut "Blick.ch" auf mehrere Millionen Franken.

Katholiken wollen helfen

Die Ursache für das Feuer ist derzeit noch unklar, die Spurensicherung konnte aufgrund des Einsturzrisikos noch nicht im Detail ihrer Arbeit nachgehen. 2018 wurden bei einer Sanierung Orgel, Licht, Heizung und Lüftung der 1728 erbauten Kirche erneuert, der Turm wurde allerdings zuletzt in den 1970er Jahren instand gesetzt.

"Seit fünf Jahren bin ich im Amt. Die Kirche ist mir ans Herz gewachsen. Das ist sehr emotional", erklärt Kirchgemeindepräsident Christoph Tanner gegenüber "Blick.ch". Er freue sich derzeit vor allem über die Solidarität in Herzogenbuchsee, insbesondere seitens der katholischen Gemeinde. Diese habe den Vorschlag gemacht, dass die Evangelisch-Reformierten in der katholischen Kirche ihre Gottesdienste abhalten, solange die Aufbauarbeiten in ihrer eigenen Kirche andauern.

Wird eine Spendenaktion ins Leben gerufen?

Der Kirchturm-Einsturz ausgerechnet an Heiligabend hat die ganze Schweiz berührt, wie Christoph Tanner im Gespräch mit "20 Minuten" berichtet: "Wir haben schon Anfragen von Leuten aus der ganzen Schweiz, die Geld für die Kirche spenden wollen." Eine Spendenaktion schliesse er daher nicht aus.

Am Freitag werden laut "Blick.ch" die ersten Arbeiter, die das Gebäude sichern und das Dach vor Regen schützen, in Herzogenbuchsee erwartet. Die Aufbauarbeiten könnten mehrere Monate dauern. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

Nach verheerendem Brand: Fernsehteam betritt Notre-Dame

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