Wer die Notfallstation eines Spitals aufsucht, soll künftig 50 Franken zahlen müssen – und zwar sofort und noch vor Ort. Damit sollen Hypochonder-Patienten abgeschreckt werden, die nur Wehwehchen haben.

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Schweizer Notaufnahmen sind massiv überlastet. Der Grund: Immer mehr Menschen gehen wegen Bagatellfällen in die Notaufnahme von Spitälern, anstatt einen Termin bei ihrem Hausarzt zu vereinbaren. Die Folge: Die Gesundheitskosten steigen, denn ein Besuch im Spital kostet das Land doppelt so viel wie eine Visite in der Praxis.

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, wagt der Nationalrat einen ungewöhnlichen Vorschlag: Spitalbesucher sollen, wie "bluewin.ch" berichtet, künftig eine Gebühr von rund 50 Franken bezahlen - es sei denn, sie müssten hinterher stationär behandelt werden.

Diese Hürden müssen bis zur verpflichtenden Gebühr genommen werden

Eine Mehrheit des Nationalrats hat sich bereits für den umstrittenen Vorschlag ausgesprochen. Als Nächstes muss noch der Ständerat darüber abstimmen. Stimmt auch die kleine Kammer zu, kann eine rechtliche Grundlage für Kantone geschaffen werden, die wie Zürich eine derartige Abgabe planen.

Für die Gebühr machte sich laut Portal die Gesundheitskommission des Rates stark. Kommissionssprecherin Kathrin Bertschy (GLP/BE) stellte fest, dass bei den Patienten das Kostenbewusstsein fehle.

Die Massnahme könne helfen, die Kosten einzudämmen. Über die Details der Ausgestaltung könne das Parlament später befinden. Vor allem zu klären sei, was überhaupt als Bagatellfall bezeichnet werden könne und was nicht.

Alte und Arme von der Gebühr abgeschreckt?

Es gibt aber auch Kritiker: Vor allem alte Menschen und chronisch kranke Bürger würden Yvonne Feri (SP/AG) zufolge unter einer möglichen Notfallgebühr leiden. Ihrer Meinung nach finde sich zudem auf dem Land nicht schnell genug ein Hausarzt, was Besuche im Spital rechtfertigen würde.

Barbara Gassmann von der Schweizerischen Patientenschutzorganisation SPO warnt "toponline.ch" gegenüber vor weiteren negativen Auswirkungen. Beispielsweise würden sich ärmere Leute nicht trauen in die Notaufnahme zu gehen, obwohl dies aus medizinischer Sicht nötig wäre. So könnten die Gesundheitskosten noch weiter steigen, weil eine spätere Behandlung aufwendiger und teurer sei. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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