Eine Armeeübung sorgt immer mehr für Aufruhr bei den Klimaaktivisten. Am 27. Januar hatten Soldaten der Sanitätskompanie 6 die Übung "Nostro Clima" durchgeführt. Wie die Aktivisten im Rahmen des Szenarios dargestellt wurden, sorgt nun für heftige Kritik.

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Von einer friedlichen Demonstration zur Strassenschlacht: Diesen Ernstfall haben Soldaten eines Sanitätszuges geprobt. Klimaaktivisten zeigen sich schockiert. Sie würden als gewaltbereit dargestellt und somit kriminalisiert.

Klimaaktivisten rechnen mit dem Militär ab

Nachdem über die Übung berichtet worden war, haben sich Klimaschützer zu Wort gemeldet. Der "Luzener Zeitung" liegt ein Schreiben von "Klima-Streik Schweiz" vor. Darin heisst es: "Die zunehmende Kriminalisierung friedlicher Klima-Aktivist*innen, welche von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit und Protest Gebrauch machen, durch den Nachrichtendienst des Bundes und das Militär verurteilen wir aufs Schärfste." Die Demonstranten seien entsetzt, dass die Schweizer Armee ein Szenario probte, in dem sie als gewaltvoll dargestellt wurden.

Weiter richten die Aktivisten einen Rat an die Armee. Diese solle die Menschen schützen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, anstatt sie zu verdächtigen. Alle Demonstrationen seien bislang friedlich verlaufen.

Unterstützung von Armee-Gegnern

Nicht nur die Umweltschützer selbst, auch Gegner der Armee zeigen sich fassungslos. Die "Gruppe für eine Schweiz ohne Armee" schreibt auf Twitter: "Die Armee hat nichts zu suchen an Demonstrationen in der Schweiz!"

So lief die Übung ab

Am 27. Januar führte die Sanitätskompanie 6 eine Übung namens "Nostro Clima" in Lausanne aus. Im ausgedachten Szenario befanden sich unter den 600 Klimaschützern etwa 100 gewaltbereite Aktivisten, berichtete unter anderem die "Aargauer Zeitung". In einem Informationsaushang zur Übung hiess es demnach, es komme zu einer "Strassenschlacht im Raum Lausanne". Weiterer Aufreger: Die Klimademo wurde mit "Gegenseite" betitelt.

Im Szenario kam es im Verlauf der Demonstration zu Ausschreitungen. Sanitäter mussten sich um fiktive Verletzungen kümmern: von Prellungen bis zu verlorenen Fingern.

Armee rudert zurück

Auf Anfrage der Zeitung nannte die Armee die Übung "rein fiktiv". Niemand habe beabsichtigt, "die Klimathematik zu stigmatisieren oder in einer anderen Art und Weise zu werten", hiess es. "In diesem Fall hätte man für die Erreichung der Übungsziele auf die Nennung des Grundes der Demonstration verzichten können."

Die Übung sei aufgrund der zeitlichen Nähe zur Anti-WEF-Demonstration gewählt worden. (sob)  © 1&1 Mail & Media / SN

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