Zahlen lügen nicht: 679 Frauen wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz vergewaltigt - eine Zunahme, wie aus der aktuellen Kriminalstatistik hervorgeht.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Seit 2015 nehmen die Vergewaltigungen in der Schweiz zu. Im Vergleich zu 2018 wurden im vergangenen Jahr acht Prozent mehr registriert. Beunruhigend, aber nicht wirklich unerwartet, findet Corina Elmer, Geschäftsleiterin der Opferhilfestelle Frauenberatung sexuelle Gewalt in Zürich.

Anstieg um fast ein Viertel seit 2015

"Die Zahl steigt seit 2015 Jahr für Jahr", wird Elmer von "20min.ch" zitiert. Seitdem ist der Wert um ein gutes Viertel (27,6 Prozent) gestiegen. Da aber nur ein Bruchteil der Vergewaltigungen gemeldet und tatsächlich zur Anzeige gebracht werden, rechnet Elmer mit einer hohen Dunkelziffer.

Warum ist das so? Loyalität und Scham sind die beiden Stichworte, die Elmer nennt. "Ein Grossteil der Sexualdelikte begeht nicht der Fremde nachts im Park", meint die Expertin. In rund 65 Prozent der Fälle würden sich Opfer und Täter kennen. Der Gang zur Polizei und den Behörden fällt dann besonders schwer.

Betroffene müssen sich "nachweislich" gewehrt haben

Auch müssen Betroffene genau schildern, wie es zur Vergewaltigung gekommen ist und ob es denn überhaupt eine war. Elmer erklärt es so: "Die Betroffenen müssen sich nachweislich zur Wehr gesetzt haben." Dabei wisse man heute, dass viele Frauen in solchen Situationen in Schockstarre verfallen. Im Umgang mit solchen Straftaten seien andere Länder wie Deutschland oder Schweden viel weiter, so Elmer.

Auf Bundesebene möchte man dahingehend nachlegen. So hat der Bundesrat den Auftrag, die Erneuerung des Sexualstrafrechts auszuarbeiten. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern. Denn wegen des Coronavirus könnte der Zeitplan, bis zum Sommer zu einer Entscheidung zu kommen, ins Wanken geraten. (kms)  © 1&1 Mail & Media / SN

Britischer Premierminister Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Er habe nur milde Symptome, sagte Johnson in einer Videobotschaft und arbeite nun von zuhause aus. Trotzdem will Johnson den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land weiter anführen.