Ist an der Fasnacht alles erlaubt? In Schwyz hat sich eine Gruppe am Güdelmontag als Ku-Klux-Klan-Mitglieder verkleidet und einen Fackelumzug veranstaltet.

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Solche Szenen sind eigentlich nur aus den USA bekannt: Ein Ku-Klux-Klan-Fackelzug mit Personen in weissen Roben und Kapuzen auf dem Kopf. Auf der Brust prangt das rote "KKK", das Symbol des rassistischen und gewalttätigen Geheimbunds, der vor allem in den amerikanischen Südstaaten agiert. Doch am Güdelmontag hat es diese Szene an der Schwyzer Fasnacht gegeben.

"Irgendwo gibt es auch Grenzen"

Eine grössere Gruppe marschierte durch die Strassen, wie ein Video zeigt, das "20 Minuten" vorliegt. "Das geht definitiv zu weit", sagt ein Leserreporter "20 Minuten". Es sei zwar vieles erlaubt an der Fasnacht, "aber irgendwo gibt es auch Grenzen".

Unter den Kutten sollen Rechtsradikale stecken. "Das ist kein Spass. Diese Neonazis sind kampferprobt und gewaltbereit", erklärte ein Informant dem "Blick". Aus der Region Ibach, Schwyz und dem Muotathal sollen einige von ihnen stammen.

Sie nutzen die Fasnacht um ungestört ihren Auftritt zu zelebrieren. Bei der Kapo Schwyz sollen bereits erste Abklärungen stattfinden.

Droht nun eine Strafe?

Der Ku-Klux-Klan steht für weissen Rassismus gegen Schwarze. Mit einer Strafe für den Fasnacht-Auftritt dürfte es schwierig werden. Die Antirassismus-Strafnorm ist relativ komplex. Die Beteiligten könnten wohl nur wegen Rassendiskriminierung strafbar gemacht werden, so Rechtsanwalt und Rassismus-Experte Daniel Kettiger zu "20 Minuten".

Gerade im Rahmen der Fasnacht, wo von einer "relativ hohen Narrenfreiheit ausgegangen werden darf […] fällt wohl die Strafbarkeit der Aktion ganz dahin", meint Kettiger. Anders würde es sich verhalten, wenn der Aufmarsch vor einer Asylunterkunft stattgefunden hätte. "Dies wäre als Verstoss gegen die Antirassismus-Strafnorm zu betrachten und damit strafbar", erklärt der Rechtsexperte. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN