Der derzeitige Bau der Limmattalbahn hat zur Folge, dass zahlreiche Bäume gefällt werden müssen. Ein Ärgernis, finden die betroffenen Anwohner in Dietikon sowie die SVP.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Als Anfang September die erste Etappe der Limmattalbahn zwischen Zürich-Farbhof und Schlieren eröffnet wurde, sprudelten zahlreiche Pendler noch vor Begeisterung. Schliesslich erspare das einigen bis zu 30 Minuten auf dem Weg zur Arbeit.

Jetzt hat sich das Blatt jedoch gewendet. Der Bau der zweiten Etappe sorgt bei der Bevölkerung in Dietikon nun für Ärgernis. Der Grund: Zahlreiche Bäume fallen der Erweiterung der Strecke zum Opfer.

"Immer mehr Bäume verschwinden"

Künftig soll die Limmattalbahn zwischen Schlieren und Killwangen über Dietikon sowie zwischen Zürich-Farbhof und Altstetten verkehren. Die Bäume, die für den Bau der Strecke gerodet werden, lassen die Anwohner allerdings kochen.

"In der aktuellen Klimadebatte und Brandrodungen im Amazonas ist es wie ein Schlag ins Gesicht, wenn hier so viele Bäume gerodet werden", so ein Baumfreund gegenüber "20min.ch". Mittlerweile seien sogar ganze Alleen gefällt worden. "Im Limmattal verschwinden immer mehr Bäume wegen der zunehmenden Verstädterung."

Eine "Schande"

Auch Baumschützerin Figen Oezkizilirmak hält nur wenig von der flächenweiten Rodung. Sie setzte sich einst für den Erhalt einer 100-Tonnen-Buche in Schlieren ein, jedoch vergebens. Die aktuelle Situation für den Bau der Limmattalbahn bezeichnet sie als "Schande": "Es müssen über 400 Bäume gefällt werden. Mein Herz blutet."

Gegen den Bau der Bahn habe sie grundsätzlich nichts. "Aber ich verstehe wirklich nicht, wieso man die Planung nicht auf die Bäume abstimmen kann. Es muss doch möglich sein, Bäume in ein Projekt zu integrieren", so Oezkizilirmak. Darüber hinaus mache es für sie nur wenig Sinn, nach der Rodung wieder neue Bäume zu pflanzen. "Ein Baum kostet mindestens 10.000 Franken. Das muss dann wieder der Steuerzahler berappen."

SVP ist gegen die Limmattalbahn

Die SVP ist als einzige Partei gegen den Bau der Limmattalbahn. Unter anderem auch wegen der Baumrodung. "Was wir bei der Abstimmung als Argument eingebracht haben, ist jetzt Tatsache geworden", so Kantonsrat Lorenz Habicher. Es sei der Partei von Anfang an wichtig gewesen, dass die Bevölkerung nur möglichst geringen Belastungen ausgesetzt wird.

Limmattalbahn AG bezieht Stellung

Laut der Limmattalbahn AG sei es für den Bau der zweiten Etappe unabdingbar gewesen, zahlreiche Bäume zu fällen. "Für die Limmattalbahn AG sind die Bäume entlang der Neubaustrecke sehr wichtig. Entlang der gesamten Strecke wird deshalb eine neue Baumallee gepflanzt", erklärt Sprecherin Julie Stucki. Insgesamt sollen laut Stucki mehr neue Bäume gepflanzt werden als gefällt wurden.

"In der ersten Etappe begleiten 470 Bäume die Limmattalbahn. Rund 130 Bäume davon sind Bestandsbäume, die erhalten werden konnten. Rund 340 Bäume wurden neu gepflanzt", fügt sie hinzu. Wie viele Bäume für Etappe zwei gerodet werden müssen, sei bis jetzt noch unklar.

Für die 13 Kilometer lange Strecke würden zudem nur heimische Baumsorten gepflanzt werden. Dazu zählen unter anderem Ulmen, Kastanien, Linden und Ahorn. Zudem werde jeder Baum von einem Spezialisten aus der Baumschule einzeln ausgewählt, so Stucki. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN