An diesem Mittwoch wird der Nationalrat entscheiden, wie der Wolfsschutz in der Schweiz zukünftig geregelt wird. Die vorberatende Kommission will den Schutz stark lockern.

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Der Nationalrat stimmt über eine Gesetzesrevision im Rahmen des Wolfsschutzes ab. Im Gegensatz zum Bundesrat will die Umweltkommission des Nationalrates den Schutz weiter aufweichen, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Der Bundesrat hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Tiere nicht mehr nur einzeln zum Abschuss freigegeben werden können, sondern dass auch die Dezimierung von Beständen möglich ist, ohne dass die Tiere Schaden verursacht haben.

An den Abschuss knüpfte der Bundesrat allerdings bestimmte Bedingungen: Die Regulierung der Bestände dürfte die Population nicht gefährden und sei nur auszuführen, wenn grosser Schaden oder eine Gefährdung des Menschen zu befürchten sei.

Zudem sollten vor einem Abschuss zunächst auf zumutbare Schutzmassnahmen zurückgegriffen werden. Der Ständerat hatte den Bestimmungen zugestimmt. Die Nationalratskommission will jedoch einen Schritt weiter gehen.

Schaden muss nicht gross sein

Für sie würde es auch genügen, wenn Schaden droht, der nicht gross ausfällt. Abschüsse sollen zudem auch erlaubt sein, wenn der Schaden durch zumutbare Schutzmassnahmen wie Herdenschutzhunde verhütet werden könnte.

Die Gesetzesrevision hatte das Parlament gefordert. Laut dem Bund ist sie innerhalb der geltenden Bestimmungen möglich, sofern nicht weitere Lockerungen beschlossen werden. Laut SDA werden pro Jahr durchschnittlich 218 Nutztiere in der Schweiz vom Wolf gerissen, mehrheitlich Schafe. Die Kritiker einer Lockerung des Wolfsschutzes betonen, dass weitaus mehr Schafe durch Abstürze und Lammfleischkonsum sterben als durch Wölfe.

Weiterhin kritisieren die Umwelt- und Tierschutzorganisationen das Gesetzesvorhaben, da damit der Schutz gefährdeter Tierarten in der Schweiz ausgehöhlt werde. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN