Die Reinigungsmitarbeiter der SBB sind verstimmt. Der Grund: Anfang des Jahres wurde ihnen eine "Arbeitserschwerniszulage" gestrichen.

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Das Reinigungspersonal der Bundesbahnen (SBB) hat zuweilen keinen leichten Job. Für besonders schwere Arbeiten, wie extrem verdreckte Toiletten oder das Entfernen von Graffiti, gab es bisher eine sogenannte "Arbeitserschwerniszulage".

Doch seit Anfang des Jahres wird diese nicht mehr ausbezahlt – was die Mitarbeiter und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) kritisieren.

Eine "Sauerei"

"Ich kann es nicht anders ausdrücken, aber manchmal ist alles voll Scheisse", klagt ein Mitarbeiter des SBB-Putzpersonals, wie "20 Minuten berichtet". Für die Arbeit seien keine Hilfsgeräte vorhanden, es werde "mit Handschuhen, Lumpen und viel Willensstärke" geputzt.

Doch das sei gerade an den Wochenenden nicht immer leicht, erzählt der Mann. Manche seiner Kollegen "müssen während der Putzarbeit selber erbrechen".

Ein weiterer Angestellter rechnet vor, dass durch den Wegfall des Lohnzuschlags einigen ein monatlicher Betrag von 50 Franken fehle: "Für uns ist das ein grosser Betrag", sagt er. Seit drei Jahrzehnten sei er im Dienst der SBB, die neue Regelung bezeichnet er als "Sauerei".

Sparen "bei den tiefsten Einkommen"

Ähnliche Töne schlägt die SEV an. "Das Reinigungspersonal verdient ohnehin von allen Mitarbeitern am wenigsten. Die SBB spart hier also bei den tiefsten Einkommen", kritisiert Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni die neue Regelung.

Aus einem Bericht der SEV geht hervor, dass rund 510 Personen davon betroffen seien und sich die Sparmassnahmen der SBB dadurch auf 200.000 Franken pro Jahr belaufen. Der Lohnzusatz hat 1.45 Franken pro Stunde betragen.

Das sagt die SBB

Die SBB wiederum erklärt, dass es seit dem 1. Januar 2018 eine Lohnerhöhung im Cleaning-Bereich gegeben habe. Die Löhne seien so gestiegen, dass das Personal in die nächsthöhere Lohngruppe gerutscht sei. Eine Übergangslösung werde derzeit mit Sozialpartnern diskutiert. (cam)  © 1&1 Mail & Media / SN