In der Stadt Luzern werden keine Christbäume aus dem Ausland mehr verkauft. Nur noch einheimische Tannenbäume dürfen angeboten werden. Damit reagiert die Stadt auf Christbaumanbieter, die die Herkunft ihrer Bäume nicht richtig deklariert haben.

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Alle Jahre wieder lockt der traditionelle Christbaummarkt am Schweizerhof- und Nationalquai in Luzern tausende Kunden an. Ab diesem Jahr gilt allerdings: Nordmanntannen, Rottannen und Blautannen dürfen nur noch aus der Schweiz kommen. Christbäume aus dem Ausland sind verboten. Dies berichtet die "Luzerner Zeitung".

"Das Verlangen nach Schweizer Qualität, ökologischer Nachhaltigkeit und Vergleichbarkeit des Angebots wurde aus Kreisen der Christbaumhändler an uns herangetragen und die Stadt befürwortet dies", sagt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen.

Deklarationspflicht hat nicht funktioniert

Die Christbaumverkäufe in den letzten Jahren hätten gezeigt, dass es eine grosse Nachfrage nach heimischen Bäumen gebe. Demnach legten die Kunden wert daraus zu wissen, woher ihre Tanne stammt.

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund: In der Vergangenheit wurden auch Bäume aus dem Ausland angeboten, ohne dass dies jedoch gekennzeichnet war. Zunächst wurde deshalb eine Deklarationspflicht eingeführt.

"Aber diese Lösung überzeugte nicht wirklich, sondern sorgte eher für unübersichtliche Verhältnisse und Verunsicherung der Kundschaft", erklärt Lütolf.

Im Zweifelsfall droht eine DNA-Probe

Das Problem: Heimische Nordmanntannen sind in der Regel doppelt so teuer wie ausländische. Wer eine aus dem Ausland stammende Tanne als einen aus der Schweiz stammenden Baum deklariert, kann einiges mehr verdienen.

Die neue Regelung, ausländische Bäume ganz zu verbieten, sei von den Händlern selbst initiiert worden, sagt Mario Lütolf. Die Stadt Luzern hat auch schon Pläne, wie sie kontrolliert wird. "Falls sich berechtigte Zweifel bezüglich der deklarierten Herkunft ergeben, kann eine DNA-Probe angeordnet und genommen werden", erklärt er.

Günstige Christbäume bei Coop?

Nicht nur die Stadt Luzern hat mit den ausländischen Bäumen ihre Probleme. Mindestens 80 Prozent der bei Coop angebotenen Premium-Christbäume kommen aus Dänemark, wie "blick.ch" berichtet. Schweizer Christbaumproduzenten macht dies einen Strich durch die Rechnung.

Paul Wälchli aus Oschwand im Kanton Bern produziert seit 35 Jahren auf zwölf Hektar jährlich 7.000 Nordmanntannen. Über eine Handelsgruppe verkaufte er seine Christbäume an Coop – nur nicht in diesem Jahr.

"Coop teilte uns Anfang Sommer […] mit, dass wir heuer keine Bäume der Premium-Klasse liefern können", sagt Wälchli. Der Grund: Dänische Produzenten boten Coop die Premium-Tannen zu einem günstigeren Preis an.

Schweizer Christbaumproduzenten gehen leer aus

Der Berner Christbaumproduzent erhielt für einen Premium-Baum bisher einen Preis von 47 Franken, die dänischen kosten etwa 15 Franken weniger. Später werden alle Bäume für 99 Franken verkauft – egal, woher sie kommen. Wälchli bleibt nun auf seinen Tannen sitzen, wenn er keine neuen Absatzwege findet.

Laut der IG Suisse Christbaum stehen an Heiligabend etwa 1,5 Millionen Christbäume in den Schweizer Haushalten. Dafür geben die Schweizer jährlich 50 Millionen Franken aus. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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