In der Militärkaserne in Sion leiden 91 Soldaten an Magen-Darm-Beschwerden. Es werde unhygienisch gekocht, lauten die Vorwürfe. Ein Poulet sei teilweise roh und mehrmals auf den Tisch gekommen.

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Der Fall ist mittlerweile der dritte innerhalb eines Monats: Auch in den Kasernen in Bière und Jassbach war es zu Durchfallerkrankungen gekommen. 91 Soldaten leiden nun in Sion an Magen-Darm-Beschwerden.

Hygieneprobleme in den Kasernen?

"Einigen Soldaten geht es wirklich schlecht", sagt ein Armee-Angehöriger gegenüber "20min.ch". Die Krankenstation in der Kaserne sei überlaufen und an die Soldaten sei ein Mundschutz verteilt worden. Die Toiletten würden desinfiziert werden.

"Es wird unhygienisch gekocht hier", lautet der Vorwurf eines anderen Armee-Angehörigen. Am Montagmittag habe es Poulet gegeben, das zum Teil noch roh gewesen sei. Am Abend sei den Soldaten dann Poulet-Cordon-bleu serviert worden, dessen Reste am Donnerstag noch einmal aufgetischt worden seien.

"Ungewöhnliche Häufung"

Er selbst habe keine Beschwerden, da er nur die Reis- und Couscous-Beilage gegessen habe. Auch ansonsten greife er lieber auf Schokoriegel zurück. "Der Zucker ist nicht gesund, aber es ist alleweil besser, als krank zu werden", sagt er.

Der Fall werde laut Armee-Sprecher Daniel Reist nun von Ärzten untersucht. Die Magen-Darm-Fälle hätten "eine ungewöhnliche Häufung" angenommen, einen Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen schliesse er jedoch aus.

Ist die Hitze verantwortlich?

"Klar ist, dass es beim Zusammenleben auf engem Raum bei grosser Hitze mehr Hygieneprobleme gibt", führt Reist aus. Die betroffenen Soldaten in Sion konnten am Samstagmorgen in den Wochenendurlaub entlassen werden.

Die Untersuchungen zum vergangenen Vorfall in Jassbach laufen noch. Dabei wird ebenfalls über Poulet als Auslöser diskutiert. In Bière war ein verdorbener Salat schuld an der Durchfallerkrankung. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN

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