Die hochansteckende Klauenkrankheit Moderhinke ist bei Schafen in der Schweiz noch immer weit verbreitet. Auf Basis von Studienergebnissen hat der Bund einen nationalen Bekämpfungsplan gegen die Tierseuche entwickelt.

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Schafe, die an der Moderhinke erkrankt sind, leiden unter entzündeten Klauen und laufen unter starken Schmerzen oftmals nur noch auf den Vorderknien. Forscher der Wiederkäuerklinik der Universität Bern schätzen die Problematik der Tierseuche bei Schafen in der Schweiz als hoch ein. Der Bund hat darauf reagiert.

Moderhinke: Hohe wirtschaftliche Verluste

Fast ein Sechstel aller getesteten Schafe in der ganzen Schweiz sind von Moderhinke betroffen, wie Forschungsdaten der Berner Wiederkäuerklinik zeigen. "Die Moderhinke verursacht hohe wirtschaftliche Verluste und zählt weltweit zu den bedeutendsten Schafkrankheiten", erklärt Dozent Patrik Zanolari gegenüber "20 Minuten". Der Umgang mit der Seuche sei für Schafhirten nicht alltäglich und die Bekämpfung der Krankheit dauere unter idealen Voraussetzungen zwischen sechs und acht Wochen.

Kontrollen werden verstärkt

Mit einem Bekämpfungsplan will der Bund aufgrund der besorgniserregenden Zahlen eingreifen. Die Seuche könnte somit innerhalb von fünf Jahren fast komplett ausgerottet werden. Sämtliche Schweizer Schafherden sollen sich ab kommendem Winter jährlich einer Kontrolle unterziehen. Dort werden die Tiere mittels Klauentupfertest auf die Krankheit untersucht. Wird bei einem Tier der Erreger festgestellt, muss die Herde "saniert" werden.

Die "Sanierung" erfolgt beispielsweise durch Klauenbäder in Kombination mit regelmässiger Hufpflege und verschiedenen Hygienemassnahmen. Der Schutz vor Neuinfektionen erfolgt durch regelmässiges Klauenschneiden und mehr Vorsicht beim Kauf der Tiere.

Kosten könnten zum Problem werden

Die Bauern werden durch die Kantonsärzte unterstützt, müssen die Kosten jedoch selbst tragen. Markus Nyffeler, Schafhirte im Kanton Bern, sieht das als problematisch an: "Ich kann mir vorstellen, dass manche Bauern aufhören werden, Schafe zu halten, weil der Aufwand zu gross wird", so der Schafhirte im "20 Minuten"-Interview.

Die Bekämpfung der Moderhinke verlaufe im Moment auf freiwilliger Basis. Zum wirksameren Kampf gegen die schmerzhafte Krankheit will der Bund sie als "zu bekämpfende Seuche" in die Tierseuchenverordnung aufnehmen. Die Vernehmlassung zur Revision der Tierseuchenverordnung dauert bis zum 31. Januar 2020 an. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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