Ein Imam der Moschee Dar Assalam im Kanton Luzern wird verdächtigt, in seiner Predigt zu Gewalt gegen Frauen aufgerufen zu haben. Nun wird empfohlen, die Predigten in Moscheen künftig aufzuzeichnen.

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In der Moschee Dar Assalam in Kriens im Kanton Luzern soll der irakische Imam Abdulrahman O. in einer Freitagspredigt einen Aufruf zu Gewalt gegen Frauen unternommen haben. Der Mann wurde daraufhin zwar festgenommen, für ihn gelte aber nach wie vor die Unschuldsvermutung, heisst es unter anderem auf der Seite "20min.ch".

Um Vorfälle wie diesen künftig zu vermeiden, sollen infolgedessen alle Predigten in Moscheen aufgezeichnet werden.

Aufnahmen sollen archiviert werden

Dabei handele es sich lediglich um eine Empfehlung, nicht etwa um eine Richtlinie. Die Aufnahmen würden im Anschluss für mindestens ein Jahr aufbewahrt werden, sagt Petrit Alimi, Präsident der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL).

In der Moschee Dar Assalam werde die Massnahme sofort umgesetzt. "Besser wäre es, wenn der Imam auf Deutsch predigen würde, dann wäre es nämlich transparent und man bräuchte keine Dolmetscher mehr", fügt Alimi hinzu.

Die Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (Fids) befürwortet die Idee, die Predigten in Zukunft zu filmen. Sprecher Pascal Gemperli bestätigt zudem, dass bereits in verschiedenen Moscheen Ton- und Bildaufnahmen gemacht werden.

Aufnahmen könnten falsch verstanden werden

"Die Massnahmen können in gewissen Fällen nützlich sein. Die rechtliche Lage müsste geprüft werden und es generiert zusätzliche Kosten", erklärt Gemperli weiter. "Man muss aufpassen, dass die Imame die Aufnahmen nicht als Dauerüberwachung missverstehen". Es bestehe die Gefahr, dass diese unter Generalverdacht gestellt werden.

Verdächtiger wurde freigestellt

Am vergangenen Dienstag teilte der Moscheeverein Dar Assalam mit, dass er Abdulrahman O. unmittelbar freigestellt habe. Über ein Inserat sei man bereits auf der Suche nach einer Ersatzperson.

Da in der Schweiz allerdings keine Imame ausgebildet werden, gestalte sich die Suche laut Petrit Alimi schwierig. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN