Spurlos verschwunden: Im Innerferrera in Graubünden ist der Emterbach plötzlich verschwunden. Über die Ursache kann nur spekuliert werden.

Mehr aktuelle News gibt es hier

Wo früher plätscherndes Wasser an Steinen hinunter lief, ist nun nichts mehr da ausser ein ausgetrockneter Bachlauf: In den schwer erreichbaren Tiefen des Val Niemet, nahe Innerferrera in Graubünden, spielt sich Unerklärliches ab. Der dortige Emterbach ist einfach verschwunden.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen"

Bereits am 1. Jul bemerkte der ehemalige Gemeindepräsident Fritz Bräseke beim Spazieren ,dass der Bach kein Wasser mehr führt. Bräseke informierte laut "20min.ch" sogleich den zuständigen Wildhüter Simon Jäger. "Ich arbeite seit 1986 in dem Gebiet und habe so etwas noch nie gesehen", sagt dieser zu "20 Minuten". Wirklich erklären könne das Natur-Phänomen nur ein Geologe.

Wo ist der Bach hin?

Fest steht, dass der Bach etwa einen halben Kilometer vor dem Einfluss in den nächsten See voll und ganz versickert. Das Wasser dreht kurz im Gegenuhrzeigersinn, dann ist es weg. Das Bachbett dahinter ist komplett ausgetrocknet.

Zusammen mit Freiwilligen suchte Jäger den Bach nach überlebenden Fischen ab. 17 Bachforellen konnten sie retten, 61 waren bereits verendet.

Mögliche Ursachen

Der Wildhüter vermutet, dass ein Erdbeben oder ein kürzliches Hochwasser ein Loch im Boden verursacht haben könnte. Eine Möglichkeit, den Verbleib des Baches zu prüfen, sei etwa, das Wasser zu färben.

Es sei ausserdem nicht das erste Mal, dass der Emterbach verschwindet. Bereits 1964, 1965 und zuletzt 2000 sei dies geschehen. Das Verschwinden vor 19 Jahren habe eine Ursache im Gefrieren des Wassers im Winter haben können, so Jäger. Danach habe sich der Bach wieder normalisiert.

Zum aktuellen Ereignis meint der Wildhüter deswegen: "Wir haben nun beschlossen, dass wir abwarten. Es ist ein Naturereignis, da sollte man nicht zu sehr reinpfuschen." (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN