Der verurteilte NSU-Unterstützer André E. hat nach eigenen Worten mit seiner rechtsextremen Vergangenheit gebrochen und abgeschlossen.

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Er habe sich gewandelt, wolle nicht mehr gegen das Gesetz verstossen und ein ganz normales Leben führen, sagte E. am Montag als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags. Er betonte, von den Morden des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) habe er damals nicht gewusst. "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Kontakt abgebrochen", beteuerte er. Und "wahrscheinlich" wäre er dann sogar zur Polizei gegangen.

Zudem wies er zurück, früher Kontakte nach München oder Nürnberg gehabt zu haben - dort ermordeten die NSU-Terroristen fünf Menschen. Kartenausschnitte von Nürnberg, die man später bei ihm fand, habe er womöglich für die Anreise zu einem Vorstellungsgespräch angefertigt.

Der NSU war eine Neonazi-Terrorzelle, bestehend aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die von 2000 an jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland verübte. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verübten zudem zwei Bombenanschläge in Köln mit Dutzenden Verletzten. Die beiden töteten sich 2011, um ihrer Festnahme zu entgehen - erst damit flog der NSU auf. Zschäpe, die einzige Überlebende des Trios, wurde 2018 nach gut fünf Jahren Prozessdauer zu lebenslanger Haft verurteilt.

E. war einer von vier weiteren Mitangeklagten im Prozess. Das Gericht verurteilte ihn am Ende wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu zweieinhalb Jahren Haft. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er dem NSU-Trio 2009, 2010 und 2011 mehrere Bahncards organisiert hatte, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren, aber Fotos von Böhnhardt und Zschäpe trugen.

2000 und 2003 mietete E. laut Urteil Wohnmobile an, die der NSU bei zwei Raubüberfällen und einem Bombenanschlag in Köln benutzte. Ausserdem gab er Zschäpe 2007 den Ausweis seiner Frau, damit sie sich bei einer Zeugenvernehmung bei der Polizei mit falschen Personalien vorstellen konnte. Er begleitete sie auch zu dem Termin. Aus Sicht der Münchner Richter ahnte er damals aber noch nichts von den Plänen der Terroristen. Sie sprachen E. daher in diesen Punkten frei. Die Bundesanwaltschaft legte gegen das Urteil erfolglos Revision ein: Der Bundesgerichtshof bestätigte im Dezember 2021 E.'s Teilfreispruch.

Das milde Urteil gegen E. hatte viel Kritik und Unverständnis ausgelöst, galt E. doch bis zuletzt als eine der engsten Bezugspersonen des NSU. Sein Anwalt bezeichnete ihn im Prozess als Nationalsozialisten "mit Haut und mit Haaren". "Die Jew die" ("Stirb, Jude, stirb") hatte sich E. einst auf den Bauch tätowieren lassen.  © dpa

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