Eine Schweizerin bestellte einen Pass und ein Visum bei der mongolischen Botschaft in Genf. Doch diese kamen nie bei ihr an: Die Post stellte ihr einen aufgerissenen Briefumschlag ohne Inhalt zu. Für die Frau ergaben sich dadurch Zusatzkosten von über 1.000 Franken.

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Eine leere Briefsendung kostete die Schweizer Post eine Entschädigung von über 1.000 Franken: Eine Frau aus dem Kanton Uri hatte ein Visum und einen Pass bei der mongolischen Botschaft in Genf bestellt, wie das SRF-Konsumentenmagazin "Espresso" berichtet. Für ein Hilfswerk wollte sie in der Mongolei Kinder betreuen. Doch der Brief der Botschaft kam nur wenige Tage vor der Abreise aufgerissen bei ihr an.

"Fehlleitung" im Verteilzentrum

Die Dokumente waren verloren gegangen – wo genau, war unklar. Im Verteilzentrum in Genf soll es laut Zustellnachweis zu einer "Fehlleitung" gekommen sein. Für die Frau ergaben sich unangenehme Folgen: Sie musste Pass und Visum neu bestellen und auch ihren Flug umbuchen.

Auf die Schweizerin kamen dadurch Zusatzkosten von über 1.000 Franken zu. Von der Post erhoffte sie sich eine Entschädigung: "Man würde ja erwarten, dass ein Grossbetrieb für solche Fälle eine Haftpflichtversicherung hat", sagte sie gegenüber dem SRF.

Post reagierte nicht auf Nachfragen

Sie bekam jedoch keine Rückmeldung. Auf ihrem Bankkonto ging eine Überweisung der Post von 145 Franken ein – die Kosten für den neuen Pass, allerdings ohne jeglichen Kommentar. Die Frau zeigte sich enttäuscht: Sie hätte wenigstens eine Erklärung und Entschuldigung von einem öffentlichen Betrieb erwartet.

Auch könne sie nicht verstehen, dass die Post sie nicht auch für das Umbuchen des Fluges entschädige. Die Post reagierte laut SRF monatelang nicht.

Post hat "keine gute Figur gemacht"

Auf Nachfrage des Magazins "Espresso" meldete sich Mediensprecher François Furer zu Wort. Die Post habe in dieser Geschichte keine gute Figur gemacht, sagte er. Warum das Kuvert leer bei der Kundin angekommen sei und wo genau das passiert sei, könne man nicht feststellen.

Sie bekomme jedoch die Zusatzkosten von über 1.000 Franken vollumfänglich erstattet. "Wir entschuldigen uns bei der Kundin", erklärte Furer.

Es komme sehr selten vor, dass Briefsendungen verloren gehen, fuhr der Mediensprecher fort. Die Anzahl liege bei 1,8 Milliarden adressierten Briefen pro Jahr im Promillebereich. Sollte es dennoch vorkommen, dass ein Brief leer beim Kunden ankommt, sollte man genauso reagieren wie die Frau und den Fall bei der Post melden. (tae)  © spot on news

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