Die Stadt Olten im Kanton Solothurn hat neue Parkuhren eingeführt, bei denen Autofahrer die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge angeben müssen. Unter den Bürgern sorgt dies für Kritik.

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Neue Parkuhren ermöglichen in der Stadt Olten die Bezahlung der Parkgebühren per Kreditkarte. Dazu müssen die Autofahrer das eigene Kennzeichen im System eingeben.

Das Parkticket in Papierform wird damit hinfällig. Die technische Neuerung trifft laut einem Bericht von "20 Minuten" nicht bei allen Oltnern auf Begeisterung – sie sehen den Datenschutz und ihre Privatsphäre gefährdet.

Unnötige Daten-Abfrage?

Die neuen Hightech-Registriergeräte sorgten insbesondere in der Facebook-Gruppe "Olten" für Diskussionen. "Die Autonummer beim Parken hinterlegen zu müssen, lehne ich aus Datenschutzgründen ganz klar ab", schreibt eine Userin.

"In Zukunft werden alle Daten der Bürger gesammelt – Daten von Facebook, Whatsapp, Kreditkarteninformationen und auch die Daten von Parkuhren", kritisiert ein weiterer User.

Er befürchtet, dass man so in Zukunft je nach Einkommen womöglich mehr für einen Parkplatz bezahlen muss als beispielsweise ein Nachbar, der weniger verdient.

Andere User sehen das digitale Parkuhr-System, das in anderen Kantonen bereits weit verbreitet ist, weniger problematisch. "Wieso gegen eine Parkuhr Sturm laufen, wenn man rund um die Uhr via Handy geortet werden kann?", fragt ein Facebook-User in die Gruppe.

Auch der Oltner Stadtschreiber Markus Dietler versteht die Kritik an den neuen Automaten nicht: "Wenn man bedenkt, wie viele Daten ein Mensch täglich hinterlässt, ist dies bei einer Parkuhr nicht weiter problematisch", sagte er gegenüber "20 Minuten".

Das sind die Vorteile der neuen Parkuhren

Die Daten würden zudem vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Dietler sieht vor allem die Vorteile der neuen Uhren: "Wenn man beispielsweise nur einen Fünfliber dabei hat, wird das Restgeld über die Maximalparkdauer hinaus neu auf dem Kennzeichen des Autos gespeichert und kann wiederverwendet werden."

Die Einführung der Uhren sei nötig gewesen, da die bisherigen veraltet gewesen seien und es keine Updates für deren Software mehr gebe.

Die Stadt Olten nimmt die Bedenken der Bürger dennoch ernst und wird laut "20 Minuten" in den nächsten Tagen ein Merkblatt herausgeben, in dem festgehalten ist: "Der Datenschutz wird gemäss der kantonalen Gesetzgebung eingehalten." (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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