Das Zürcher Obergericht hat einen angeblichen Arzt verurteilt, der in Kosmetiksalons in Zürich und Bern Schönheitseingriffe durchführte. Der Arzt soll die nötige Bewilligung nicht gehabt haben.

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Pfusch in einem Kosmetiksalon in Zürich und Bern: 2017 sorgte dieser Vorfall für Schlagzeilen in der Schweiz, diverse Opfer mit entstellten Lippen kamen damals zu Wort. Nun hat das Zürcher Obergericht den verantwortlichen Arzt verurteilt, wie "Bluewin" berichtet.

Schönheitsklinik musste schliessen

Der Mann soll zwischen September und November 2017 als leitender Arzt die medizinische Gesamtverantwortung des bekannten Beauty-Salons innegehabt haben und bei zehn PatientInnen Botox sowie bei etwa 30 PatientInnen Hyaluronsäure-Injektionen angewendet haben - oft als schneller Eingriff über die Mittagspause. Die PatientInnen klagten nach den Eingriffen über verschiedenste Beschwerden und ungewöhnliche Erscheinungen an ihren Lippen.

Nach einer Hausdurchsuchung durch die Polizei musste die Schönheitsklinik Anfang des Jahres 2018 schliessen, öffnete jedoch zwei Monate später wieder für Augenbrauen-Behandlungen. Inzwischen bietet die Klinik wieder verschiedenste Behandlungen an - Lippenaufspritzen inklusive.

Beschuldigter focht Strafbefehl an

Sowohl Botox als auch Hyaluronsäure fallen in der Schweiz unter das Heilmittelgesetz und verlangen eine fachärztliche Verschreibung. Der ungarische Arzt verfügte zwar über eine entsprechende Ausbildung mit Anerkennung in der Schweiz, jedoch fehlte die entsprechende kantonale Berufsausübungsbewilligung.

Zu einem Gerichtsprozess um die verpfuschten Lippen kam es nie, jedoch verurteilte das Zürcher Kantonsgericht den ungarischen Arzt im September 2019 per Strafbefehl wegen der fehlenden Berufsbewilligung.

Der Beschuldigte focht diesen an und gelangte ans Bezirksgericht Zürich - auch dieses verurteilte den 64-Jährigen zu einer Strafzahlung von 3.000 Franken plus Verfahrenskosten von 1.500 Franken.

Arzt lebt inzwischen von Sozialhilfe

Mit diesem Urteil zog der Beschuldigte weiter ans Zürcher Obergericht, von dem er einen vollen Freispruch verlangte, wie "Bluewin" aus dem schriftlichen Urteil weiss. Doch auch dieses bestätigte das Urteil der Vorinstanz und verurteilte den Mann zu einer Busszahlung von 3.000 Franken plus Verfahrenskosten aller Instanzen.

Sollte er diese nicht zahlen können, muss er für 30 Tage ins Gefängnis. Der Ungar lebt inzwischen von Sozialhilfe und hat 75.000 Franken Schulden. Das Urteil kann der ehemalige Arzt noch vor dem Bundesgericht anfechten, da es noch nicht rechtskräftig ist.

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