Die Zahl der Beratungen zu Vergiftungen in der Schweiz ist 2019 zwar gesunken – die Zahl der Pilzvergiftungen allerdings gestiegen. Das zeigen Zahlen der Fachstelle "Tox Info Suisse", die nun veröffentlicht wurden.

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Die Zahl an Pilzvergiftungen hat zugenommen. Insgesamt haben 2019 jedoch weniger Menschen als in den Jahren zuvor aufgrund von Vergiftungen zum Hörer gegriffen. 93 Prozent aller Anfragen bei der Fachstelle "Tox Info Suisse" seien wegen eines Giftkontaktes gestellt worden, sieben Prozent vorsorglich.

Insgesamt hatte die Fachstelle 39.211 Anrufe entgegengenommen. Die Zahl der Beratungen sei nach einem kontinuierlichen Anstieg in den vorherigen Jahren nun wieder um rund fünf Prozent gesunken.

734 Pilzvergiftungen

In der Schweiz wurden 734 Fälle von Pilzvergiftungen im vergangenen Jahr bekannt. Die Fachstelle schreibt dabei von einem "nie dagewesenen Hoch" in dem Bereich, wie unter anderem das Online-Portal "Bluewin" berichtet. Grund dafür könnte das gute Pilzjahr 2019 sein. Laut der Fachstelle "Tox Info Suisse" hätten drei Prozent aller Vergiftungsberatungen aufgrund von Pilzen stattgefunden.

Medikamente und Haushaltsprodukte als grösste Gefahr

Über die Hälfte aller Beratungsgespräche seien laut "Tox Info Suisse" wegen Medikamenten oder Haushaltsprodukten und Kosmetik geführt worden.

36 Prozent aller Vergiftungsberatungen habe sich laut der Schweizer Beratungs- und Aufklärungsstelle auf Medikamente bezogen. Der Grund: Diese sammelten sich oft an und abgelaufene Produkte würden nicht aus dem Medizinvorrat entsorgt, sondern weiter eingenommen.

Deshalb sei es laut "Tox Info Suisse" wichtig, regelmässig auszumisten und nur Medikamente in der Hausapotheke vorrätig zu haben, die auch wirklich benötigt werden.

Auch Reinigungsmittelvergiftungen seien keine Seltenheit: Werden Produkte, die Giftstoffe enthalten, in Getränkeflaschen umgefüllt, passiere es schnell, dass Unwissende daraus trinken.

55 Prozent der Betroffenen waren Kinder

Kinder haben 2019 den grössten Anteil an Vergiftungserkrankungen ausgemacht: 55 Prozent. Meistens hatte es sich dabei um Unfallsituationen gehandelt. Als Beispiel warnt "Tox Info Suisse" vor folgender Situation: "Kinder ahmen Erwachsene gerne nach: vermeiden Sie deshalb die Einnahmen von Medikamenten in Gegenwart von Kindern."

Während das Einnehmen von giftigen Substanzen bei Kindern meist Unfälle seien, handele es sich bei Erwachsenen vorwiegend um beabsichtigte Vergiftungen, etwa Suizidversuche oder Substanzmissbrauch.

Im August wird das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) genauere Zahlen veröffentlichen. (sob)  © 1&1 Mail & Media / SN

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