Was tun, wenn am Flughafen ein Bombenalarm ausbricht oder Schweizer Politiker Mordanschlägen zum Opfer fallen? Für diese Horror-Szenarien üben Polizei, Armee und Zivilschutz derzeit den Ernstfall.

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Terroristen attackieren die UNO in Genf, ein Regierungsrat wird erschossen, Parlamentarier sind verletzt und bedroht. Mit diesen fiktiven Szenarien werden schon seit Frühling 2018 Sicherheitsorgane auf die Probe gestellt.

Wie die "Schweizerische Militärzeitschrift" berichtet, trainieren aktuell rund 2.500 Personen bei Polizei, Armee und Zivilschutz in allen Schweizer Kantonen den Ernstfall.

52 Stunden im Dauereinsatz

Wenn kritische Infrastrukturen von Terroranschlägen betroffen sind, könnten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen für die Schweiz gravierend sein. So führte das Attentat auf dem belgischen Flughafen Brüssel-Zaventem vom 22. März 2016 unter anderem zur vollständigen Einstellung des Flugbetriebs für rund zwei Wochen.

Damit genau so ein Fall nie im eigenen Land eintritt, werden unterschiedliche Szenarien durchgespielt. "Das Ziel der Übung ist zu überprüfen, wie wir mit einer lang anhaltenden Terrorbedrohung umgehen können", sagt Hans-Jürg Käser zu "blick.ch". Der ehemalige Berner Sicherheitsdirektor leitet die Übung bis zu dessen Höhepunkt am 11. November. "52 Stunden lang stehen die Einsatzkräfte im Dauereinsatz."

Die genaue Situation darf Käser zur Sicherheit nicht verraten. Klar ist nur: In Bellinzona TI findet ein fiktiver Strafprozess gegen drei Terroristen statt. Anhänger wollen diesen stoppen und drohen mit Anschlägen auf Öllager, Stromversorgung und den öffentlichen Verkehr.

Öffentlichkeit soll nichts merken

Das Besondere an der Übung: Der normale Betrieb geht weiter. "Die Polizei soll mit der Übung herausfinden, welche anderen Aufgaben sie bei einem Anschlag reduzieren kann und wie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen funktioniert", so Käser.

Angst sei für ihn jedoch ein falsches Wort: "Die Frage ist, wann und wo der nächste Anschlag passiert." Wie viel die Terrorübung kostet, ist unbekannt. (jkl)  © 1&1 Mail & Media / SN

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