An diesem Freitag demonstrieren Frauen in der Schweiz für mehr Gleichberechtigung. Auch prominente Schweizerinnen unterstützen den Kampf um die Gleichstellung von Mann und Frau.

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Lilafarbene Plakate und Fahnen gehören heute zum Bild vieler Städte in der Schweiz: Beim zweiten nationalen Frauenstreik sind Frauen dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und in Städten wie Zürich, Basel, Bern oder Genf an Demonstrationen teilzunehmen. Die Forderung nach Gleichberechtigung unterstützen auch zahlreiche Schweizerinnen aus dem Showbusiness.

Unterstützung auf der Bühne

Kabarettistin Patti Basler ist als Selbständige tätig und kann somit keinen Arbeitgeber bestreiken. Doch die Komikerin hat ihren eigenen Weg gefunden, die Teilnehmerinnen zu motivieren. "Ich werde die Streikenden unterstützen, indem ich zwei Auftritte vor Ort und auf der Strasse mache", erzählte sie im Interview mit dem Newsportal "Bluewin". Den dringendsten Handlungsbedarf sieht Basler beim Thema Elternzeit. "Die ist überfällig. Sie soll für die Väter obligatorisch sein, damit Männer für Arbeitgeber das gleiche Einstellungsrisiko werden wie Frauen."

"Virtueller Streik"

Moderatorin Andrea Jansen streikt "virtuell": Auf ihrer Webseite "Mal ehrlich by Any Working Mom" ist derzeit nur der Schriftzug "14. Juni: Wir streiken!" zu lesen. Gegenüber "Bluewin" betont sie die wichtige Botschaft des heutigen Tages: "Nur wenn wir realisieren, dass unsere heutige Gesellschaft nicht 50/50 von Männern und Frauen mitgestaltet wurde, können wir dieses Ungleichgewicht jetzt ausbalancieren."

Für Sängerin Lea Lu darf die Diskussion nicht aufhören. Sie müsse selbstverständlich werden, deshalb werde sie definitiv am Frauenstreik teilnehmen, sagte sie im "Bluewin"-Interview. Für die Zukunft wünsche sie sich, dass es selbstverständlich sei, Jazzmusikerin, Veranstalterin oder Bookerin werden zu wollen und zu können.

Selfies für Facebook-Aktion

Auf Facebook hat eine Gruppe von berühmten Schweizerinnen aus der Medienbranche eine besondere Aktion gestartet: Auf Plakaten formulierten sie ihre Forderungen und posteten ein Selfie mit sich und der Botschaft. Journalistin und Polit-Moderatorin Susanne Wille will "mehr Frauen als Expertinnen in den Medien und mehr Polit-Journalistinnen" sehen. "Glanz & Gloria"-Moderatorin Jennifer Bosshard fühlt sich selbst ungleich behandelt und fordert den gleichen Respekt für ihre Arbeit, der auch ihren männlichen Kollegen entgegengebracht wird.

Männer zeigen sich solidarisch

Nicht nur Frauen finden den Frauenstreik unterstützenswert. Bei der Facebook-Aktion zeigten sich auch Männer solidarisch: Stand-up-Comedian Stefan Büsser wünscht sich "mehr Frauen auf Comedy-Bühnen" und Rapper Knackeboul will die Gleichstellung auch in der Musik sehen: "Mehr Frauen auf Festivalbühnen, im Radio und auf Playlists."

Unterstützung gibt es ebenso auf politischer Ebene: Der Nationalrat wird seine Sitzung am Freitag aus Solidarität mit den Frauen für 15 Minuten unterbrechen - Bundesrätin Viola Amherd trägt dabei ein T-Shirt in Lila. Beim ersten Frauenstreik 1991 nahmen rund eine halbe Million Menschen teil. (jom)  © 1&1 Mail & Media / SN

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