Konsumentenschutz oder pure Gängelung? Der Bund will den Salzgehalt in diversen Lebensmitteln weiter senken. Doch nicht nur Bäcker laufen dagegen Sturm.

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Zu viel Salz ist ungesund. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Höchstwert von fünf Gramm am Tag – pro Kopf verzehren die Schweizer aber mit neun Gramm fast das Doppelte dieser Menge. Der Bund will diesen Wert nun deutlich nach unten korrigieren, berichtet die "Sonntagszeitung".

Detailhändler in der Pflicht

Bei Lebensmitteln wie Suppen, Saucen oder auch Broten sollen die Hersteller daher in Zukunft dazu verpflichtet werden, den Salzanteil weiter zu senken. Ein Unding, finden Menschen wie Beda Stadler, Biologie-Professor der Uni Bern.

Ihn zitiert die Seite "20min.ch" mit den Worten: "Beim Essen wird immer öfter nur noch darauf geachtet, ob es gesund ist. Ob man es geniesst, wird zur Nebensache."

Gänzlich anders sieht das Josianne Walpen, Ernährungsspezialistin bei der Stiftung für Konsumentenschutz: "Die bisher gemachten oder angekündigten Schritte hin zu gesünderen Lebensmitteln reichen bei weitem nicht. Wir fordern raschere und tiefgreifendere Massnahmen."

Droht fades Brot?

Speziell der Verband der Schweizer Bäcker-Confiseure (SBC) ist von dieser Forderung wenig begeistert. Er fordert weiterhin die Möglichkeit, selbst über den Salzgehalt in den Produkten bestimmen zu dürfen. Nur so könne "fades und geschmackloses Brot" verhindert werden. (stk)  © 1&1 Mail & Media / SN