Für mehr Sicherheit und Anonymität am Arbeitsplatz haben SBB-Mitarbeiter die Abschaffung der Namensschilder gefordert. Der Arbeitgeber zeigt sich jedoch unnachgiebig. Das Schild schaffe Vertrauen und gehöre dazu.

Mehr aktuelle Themen finden Sie hier

Die Mitarbeiter der Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) sind in Sorge. Regelmässig komme es ihnen gegenüber zu verbalen Übergriffen, wie "20min.ch" berichtet.

Da die Mitarbeiter Namensschilder tragen, sind sie auf persönlicher Ebene leicht angreifbar. Gerardina Furlani vom Personalverband Transfair etwa erzählt, es sei nicht ungewöhnlich, dass unzufriedene Kunden die Kontrolleure oder Zugbegleiter via Social Media ausfindig machen: "Einmal stand sogar ein Kunde vor der Haustür der Mitarbeiterin."

Personal fordert Veränderung – SBB hält dagegen

Mittels einer Petition wollte das SBB-Personal gegen das obligatorische Tragen der Namensschilder vorgehen. Die Forderung: eine wesentlich anonymere Personalnummer mit angegebener Berufsbezeichnung.

Die SBB blockt aber ab: In einem Statement von Mediensprecher Raffael Hirt, das von "20min.ch" veröffentlicht wurde, heisst es: Man sei davon "überzeugt, dass eine persönliche Betreuung der Fahrgäste einen wichtigen Beitrag zur positiven Kundenwahrnehmung leistet". Ein Namensschild gehöre dementsprechend zum professionellen Auftreten dazu.

Eine Möglichkeit, die Arbeit der SBB-Mitarbeiter ein wenig sicherer zu machen, gebe es schon "seit einigen Jahren", wie Hirt betont. Demnach könnten Angestellte, "die negative Erfahrungen gemacht haben, ein Namensschild mit einem fiktiven Namen beantragen". (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN

"Stop Bashing SBB" von Zugchefin Claudia Furrer

Mit diesem Video ruft das Zugpersonal um Hilfe. © YouTube